Lärm nervt Anwohner

Zwischen Konz Mitte und dem Bahnhof Karthaus finden zurzeit Gleisbauarbeiten statt. Anwohner sind wegen des nächtlichen Baulärms genervt.

Lärm nervt Anwohner

Konz. Mit großem Getöse rattern nachts die Maschinen. Bernd Pelzer aus der Bahnhofstraße in Konz-Karthaus ist gestresst: "Ich habe mehrere Nächte lang kein Auge zubekommen. Hätte man die Arbeiten nicht auch tagsüber durchführen können?"

Pelzer beschwerte sich bei der Bahn und der Stadtverwaltung, die für die Nachtbaugenehmigung zuständig ist. Bürgermeister Karl-Heinz Frieden: "Die betroffene Strecke ist wichtig für die internationale Schienenanbindung. Das zuständige Ordnungsamt hat keinen Entscheidungsspielraum, wenn die Bauarbeiten dem öffentlichen Interesse dienen."

Pelzer bezweifelt die öffentliche Relevanz: "Das Bahn lässt ein außen liegendes, kaum genutztes Abstellgleis rausreißen. Das hätte man auch am Tag machen können." Bahnsprecher Hartmut Lange widerspricht: "Es handelt sich bei dem Gleis um die Güterzugverbindung von Saarbrücken nach Luxemburg beziehungsweise auf die andere Moselseite." Aktuell werden jetzt noch drei Weichen und vom 9. bis 19. Juni ein weiteres Gleis erneuert. Bauleiter Jürgen Seibert von der Gleisbaufirma Spitzke AG: "Die Arbeiten am Gleis 104 in Karthaus sind bereits beendet. Jetzt arbeiten wir noch in Igel, und wenn die Weichen ausgetauscht wurden, können wir auch die Arbeiten in Karthaus abschließen."

Allerdings sei bei denRestarbeiten noch einmal mit Lärmbelästigung zu rechnen. "Obwohl wir die modernsten Maschinen einsetzen, entsteht der Krach." Die Maschinen nehmen den Gleisschotter auf und reinigen ihn, sortieren zerbröselte Steine aus und stopfen die Löcher anschließend wieder aus. "In der Woche vom 15. bis 19. Juni arbeiten wir rund um die Uhr, damit wir schnell fertig werden. Dann ist auch für gut 20 Jahre Ruhe", beschreibt der Bauleiter den Zeitplan. Dass die Arbeiten oft nachts durchgeführt werden, hänge mit der Sicherheit der Gleisarbeiter zusammen, berichtet ein Sicherheitsposten. "Nachts fahren einfach weniger Züge und man kommt schneller voran." Bürgermeister Frieden versteht, dass der nächtliche Baulärm an den Nerven zehrt. "Aber an der Sanierung der Strecken führt kein Weg vorbei", bittet er um Verständnis. Seine Behörde habe jedenfalls keinen Fehler gemacht, als sie die erforderliche Nachtbaugenehmigung erteilt habe.

"Wir haben uns vor Ort umgesehen. Die Baufirma hat sich wirklich Mühe gegeben, um den Lärm so gering wie möglich zu halten, indem sie zum Beispiel schwere LKWs als zusätzliche ´Lärmschutzwand zwischen Baustelle und Häusern geparkt habe."