Laien in Höchstform

RASCHEID. (jolo) Das war eine Meisterleistung. Dieser Meinung stimmten alle zu, die den lustigen Dreiteiler "Der ledige Bauplatz" im Rascheider Leyendeckersaal verfolgt hatten. Aufgeführt wurde der Schwank von der KEB-Laienspielgruppe Rascheid.

Die bewährte Formation überzeugte mit unnachahmlicher Gesichtsakrobatik und Gesten, die jede Szene beherrschten. Als gelungen empfanden die Zuschauer auch das weit über die Dorfgrenzen bekannte "Räschda Platt". Die Inhalte solcher Lustspiele laufen meist nach demselben Schema ab. Entweder wollen bisher unscheinbare Zeitgenossen groß rauskommen, werden menschliche Verfehlungen und vor dem Partner bisher geheim gehaltene Leidenschaften gnadenlos aufgedeckt, oder es müssen Leute an die Frau bzw. den Mann gebracht werden, deren Erscheinungsbild das Vorhaben bislang verhindert. Letzteres Szenario ist vorzufinden bei der elften Inszenierung der Rascheider Laienspielschar. Das Problem heißt Berta. Die ledige Tante, zugleich Hauptperson der Komödie, soll laut Testament des Vaters so lange im Haus einer ihrer beiden Schwestern bleiben, bis für sie der passende Mann gefunden ist. Die Rolle der Bier, Schnaps und Zigarren liebenden Berta Greulich war wie geschaffen für Rascheids Ulknudel Marlene Wagner, die diese Rolle nervtötend ausfüllt. Vor allem ihre resoluten Schwestern Karola Hufnagel (Gertrud Thielen) und Mathilde Koch (Marlene Ganz), bringt sie trotz deren "Halts-Maul-Parole" zur Weißglut. Hilfestellung bei der Brautvermittlung bieten ihre Männer, der mit allen Wassern gewaschene Metzgermeister Hugo Koch (Hubert Lochen), Karl-Otto Hufnagel (diese Rolle füllte souverän Joachim Ludwig aus) und dessen schlitzohriger Sohn Kurt (Axel Thielen), an. Nächste Aufführung am zweiten Weihnachtstag

Während im schon kurzweiligen ersten Akt die Zuschauer die Gelegenheit hatten, ihre Lieblinge auszumachen, war der zweite Akt schon verzwickter. Hier wurden Fährten gelegt, findige Annoncen aufgegeben, die Braut herausgeputzt oder Auserwählte begutachtet. Zu Beginn des letzten Teils hallte noch der nach viel Geld riechende Ausruf ,,Öl, Öl" nach, das angeblich auf Bertas Hochzeits-Beigabe, dem ,,ledigen Bauplatz", gefunden wurde. Was dann passiert - außer dass Greulichs Berta im Lotto gewinnt - , soll nicht verraten werden. Denn es werden noch Zuschauer gesucht, die am zweiten Weihnachtstag um 20 Uhr das lustige Stück sehen wollen. Karten fürs Theaterstück, dessen Erlös für die Kirchenrenovierung sowie die SWR-4-Aktion ,,Herzenssache" gespendet wird, sind erhältlich bei der Rascheider Filiale der Volksbank Hochwald oder bei Brigitte Deiters, Telefon 06586/417.