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Gewässer : Lampadener wollen ihren Bach im Seiwisstal neu gestalten

Gewässer : Lampadener wollen ihren Bach im Seiwisstal neu gestalten

Bei dem Projekt sollen auch die Bürger mitreden und anpacken. Erste Ideen wurden ihnen jetzt bei einer Anliegerversammlung vorgestellt.

Hubert Schu geriet ein wenig ins Schwärmen, als er den etwa 30 Zuhörern im Bürgerhaus Fotos vom Seiwissbach zeigte: „Wir haben hier sehr schön angelegte Gärten und kleine Wege, die ins Tal führen. Das wirkt fast schon mediterran.“

Die Gemeinde Lampaden möchte den Bachlauf und die angrenzenden Flächen neu gestalten. Der Planer aus Thalfang stellte dazu erste Ideen vor.Das Projekt beginne im Prinzip schon am Brunnen des „sehr schön gestalteten“ Dorfplatzes, sagte Schu. Vom dortigen Ortsrand aus entwickle sich das Seiwissbachtal durch Wiesen und Felder in Richtung Ruwer. Der Bach verlaufe zunächst ein Stück unterirdisch und trete dann aus der Verrohrung hinaus: „Diesen offiziellen Beginn könnte man deutlich schöner gestalten und dabei die Gärten einbeziehen.“ Dabei müssten die Anlieger allerdings mitspielen.

Insgesamt schwebt dem Planer vor, das zum Teil sehr tief liegende Bachbett flacher anzulegen und damit besser „begehbar“ zu machen. Zurzeit, das betonten auch Anwohner, sei es an manchen Stellen nicht ganz ungefährlich, sich an dem stark abfallenden Ufer aufzuhalten. Fließe das Gewässer flacher und breiter, bestehe diese Gefahr nicht mehr, sagte Schu. So entstehe auch ein „schönes Spielelement für Kinder“. Als Beispiele nannte er die Renaturierung der Ruwer im Keller Dorfpark Dumpert und des Altbachs in Greimerath.

Nach Schu’s Vorstellungen soll eine abgestufte Wasserlandschaft entstehen, mit Rückstauflächen und passender Bepflanzung wie Weiden, Birnbäumen und Stauden. Den Abschluss könnte ein historischer, heute nicht mehr existierender Weiher bilden, den er reaktivieren wolle. Denkbar seien kleine Stege, die über den Bach führen.

Für das Projekt will die Ortsgemeinde den Zuschusstopf der Aktion Blau Plus anzapfen, mit der das Land die Renaturierung fließender Gewässer fördert (siehe Info). Laut Schu spielen dabei auch Aspekte wie Hochwasserschutz, der Erhalt wertvoller ökologischer Systeme sowie die Steigerung der Lebensqualität im Ort eine Rolle. Wichtig für eine Förderzusage sei, dass sich die Bürger aktiv beteiligten. Zudem sei es sinnvoll, sich mögliche wertvolle Bereiche mit einem Landschafts­ökologen anzuschauen.

Von den Zuhörern kamen einige Hinweise zum Projekt. Ein Anwohner erklärte, dass sich der Bach nach Starkregen in einen reißenden Fluss verwandle. In Sachen Hochwasserschutz müsse deshalb unbedingt etwas getan werden. Der frühere Ortsbürgermeister Ewald Hermesdorf regte an, einen vorhandenen Fußweg einzubeziehen. Eine Mutter erkundigte sich, ob die Wasserqualität des Bachs geprüft worden sei. Sie habe den Eindruck, dass dort aus Kanalüberläufen Schmutzwasser hineingelange. Dies werde geprüft, kündigte Schu an. Auf die Nachfrage eines Bürgers, wer denn später die Pflege übernehme, sagte Schu: „Wenn es richtig gemacht wird, funktioniert das Gewässer nachher von selbst.“

Der Planer und Ortsbürgermeister Martin Marx betonten, dass es sich um eine Ideenskizze handele, keineswegs um eine fertige Planung. Mit den Fachstellen bei der Kreisverwaltung und der zuständigen Landesbehörde stehe man in Kontakt. Die Förderung muss laut Marx bis zur Jahresmitte beantragt werden.

In seiner anschließenden Sitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, als Nächstes die betroffenen Anlieger schriftlich zu informieren und deren Bereitschaft für eine Beteiligung abzuklären. Laut Schu funktioniert dies in der Regel über Vereinbarungen, ein Abkauf von Grundstückseigentum sei meist nicht notwendig.

Zudem soll mit der Verbandsgemeinde (VG) geklärt werden, dass die Gemeinde Lampaden das Projekt angehen kann. Denn für kleine Gewässer ist eigentlich die VG zuständig. Im dritten Schritt soll die Detailplanung angepackt werden. Laut Schu wäre dazu eine Art Bürgerworkshop denkbar. Starten werde das Projekt erst, wenn die Förderung bewilligt sei, sagte Marx.