Land genehmigt Sauer-Radweg

LANGSUR/RALINGEN. Das Land Rheinland-Pfalz hat für den Bau des Radweges auf der alten Bahntrasse zwischen Wintersdorf und Metzdorf die Plangenehmigung erteilt. Das Projekt ist von Bündnis 90/Die Grünen und von Umweltschützern heftig bekämpft worden.

Federführend in dem Planungsverfahren ist der Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) in Trier. Von ihm wurde die Verbandsgemeinde Trier-Land als Beteiligte hinzugezogen und um Stellungnahme zur Planung gebeten. Zweimal - 1995 und 1999 - hatte sich der Verbandsgemeinderat Trier-Land dann mehrheitlich und gegen die Stimmen der Grünen für die vorgeschlagene Planung ausgesprochen. Nach Angaben von LSV-Leiterin Edeltrud Bayer wurde die Trassen-Planung nun in Abstimmung zwischen den zuständigen Ministerien und der EU genehmigt. Zurzeit werden betroffene Interessenvertreter vom LSV Trier über die Entscheidung informiert. Sollte innerhalb einer festgelegten Frist kein Widerspruch eingehen, könnte der LSV im Herbst das Ausschreibungsverfahren beginnen.Rücknahme der Genehmigung gefordert

In der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Trier-Land am Mittwoch informierte Bürgermeister Wolfgang Reiland über die Entwicklung. Die Fraktion der Grünen beantragte daraufhin einen Beschluss, dass Land zur Zurücknahme der Genehmigung aufzufordern. Außerdem schlugen sie erneut als Alternative einen vorhandenen Radweg auf der Luxemburger Seite vor. Nach einer gut einstündigen Debatte wurde der Antrag mit den Stimmen von CDU, SPD, FWG und FBL abgelehnt. Bekanntlich war dies nicht der erste Schlagabtausch um das Projekt - der Streit zwischen Umweltschützern und der Mehrheit der Befürworter tobt schon seit Jahren. Seit der Stilllegung der Bahnstrecke vor etwa 30 Jahren kämpfen die Sauergemeinden Langsur und Ralingen um das Projekt, das ihre Ortsteile Metzdorf und Wintersdorf über einen sicheren Fuß- und Fahrradweg verbinden würde. Bisher bleibt dort den nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern nur der gefährliche Rand der stark befahrenen B 418.Trasse durch schützenswertes Gebiet

Anhörungen, Gutachten, Grundstücksfragen, Benennung von Ausgleichsflächen und, und, und - je länger sich das Verfahren über die Jahre hinzog, desto mehr ergriff die Natur wieder Besitz von dem ehemaligen Bahngelände. Schließlich wurde das Gebiet, durch dass die etwa vier Kilometer lange Trasse entlang der Sauer führt, vom Mainzer Umweltministerium als besonders schützenswert eingestuft. Die Mainzer meldeten es daher bei der EU in Brüssel als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) an. Dies führte zu zusätzlichen Irritationen: Umweltschutzverbände und Grüne vertreten fortan die Auffassung, das gesamte ehemalige Bahngelände zwischen Wintersdorf und Metzdorf sei unantastbar. Als Alternative schlagen sie die Mitnutzung eines schon vorhanden Fahrradweges auf Luxemburger Seite vor. Dem steht die Meinung der Experten gegenüber, wonach ein künstlich angelegter Verkehrsweg - und nichts anderes ist eine Bahntrasse - auch in einem FFH-Gebiet erhalten werden dürfe für den Fall, dass sich keine praktikable Alternative anbiete. Praktikabel sei die Luxemburg-Alternative nicht, denn sie erfordere den Bau zwei neuerBrücken. Auch sei dieser Radweg, der zehnmal die stark befahrene N 1 kreuze, gefährlich und für Familien mit Kindern ungeeignet.