Land unter in Mandern

MANDERN. Heftige Niederschläge haben gestern in Mandern zu überschwemmten Straßen und voll gelaufenen Kellern geführt. Es war bereits das vierte Mal in diesem Jahr, dass die Hochwaldgemeinde von Hochwasser heimgesucht wurde.

Das Wasser schoss, mit Schlamm und Geröll vermischt, vom nördlichen Ackergebiet durch mehrere Keller des Ortes bis in die 300 Meter entfernte Ortsmitte. Die Annahme, dass weite Teile des Hochwalds von den schweren Regengüssen über Gebühr in Mitleidenschaft gezogen seien, bestätigte sich nicht. Es regnete zwar mehr oder weniger stark in den übrigen Orten der Verbandsgemeinde Kell am See, doch größere Schäden wurden nicht gemeldet."Boden ist wasserundurchlässig"

Bereits am Ortseingang in Mandern aus Richtung Zerf lässt sich erahnen, was im oberen Teil des Dorfes los sein muss. Patrick Götten, ein kleiner Junge, spielt geschützt von stabiler Regenkleidung in einer Fahrbahnrinne, die das Wasser kaum bewältigen kann. "Im Oberdorf ist die Hölle los", sagt Walter Hennen, der gerade von der Arbeit kommt und diesen Ortsteil passiert hat. Auf der Strecke dorthin sind Feuerwehrleute zum Teil mit Aufräum-Arbeiten auf der Fahrbahn beschäftigt. Insbesondere zwei Anwesen am Ortsende in Richtung Waldweiler verlangen die ganze Kraft der Helfer in den roten Mänteln.

Wehrführer Wolfgang Anell von der Manderner Feuerwehr sagt: "Bereits gestern waren wir an den gleichen Stellen bis in den späten Abend im Einsatz. Heute jedoch wurde alles übertroffen. Das Wasser kommt von den Höhen oberhalb der Kirchenseite über die Felder und schwemmt die Erdmassen in den Ort."

Über die eigentliche Ursache, warum das Wasser so konzentriert ins Tal schießt, könne er vorerst keine Angaben machen.

Hauseigentümerin Christa Metzdorf ist eine der Geschädigten. Sie vermutet: "Ich nehme an, dass sich hinter den betroffenen Häusern das Wasser auf den Feldern in einer Senke sammelt. Ich könnte mir vorstellen, dass der Boden der dort befindlichen Maisfelder hart und Wasser undurchlässig geworden ist und das Wasser so weiter ins Dorf laufen kann." Fassungslos steht sie vor ihrem Anwesen und schaut den vernichtenden Wassermassen zu.

Etwas anderes bleibt ihr kaum übrig: Es ist ein Schauspiel. Das Wasser kommt von der Höhe in ihren Garten, überflutet den Zierweiher und presst sich durch die hintere Türöffnung der Garage. Das Wasser hebt die Pflastersteine der Garageneinfahrt und verschiebt sie. Die Treppe neben der Garage gleicht einem reißenden Wasserfall, der sich, Unrat hinterlassend, in die Ortsmitte ergießt.

Auch Thomas Blees, Nachbar von Frau Metzdorf und ebenfalls Betroffener, sieht die Ursache in den Feldern oberhalb der Häuser. "Ich denke ökologisch und habe mir eine Pellets-Heizung zugelegt. Die Pellets kann ich alle vergessen. Sie sind bereits entsorgt, da sie sich aufgelöst haben.

Wehrleiter Bruno Merten spricht mit den Betroffenen und koordiniert seine Leute. Viel muss er da nicht sagen. Jeder Griff sitzt bei den Feuerwehrleuten aus Mandern und Schillingen. Ortsbürgermeister Martin Alten, den die Nachricht auf seiner Arbeitsstelle in Trier erreichte, eilte sofort nach Mandern, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. Sein Augenmerk lag dabei auf dem Ackergelände oberhalb der betroffenen Anwesen.

"Hier muss doch etwas geschehen", verlangte Christa Metzdorf. "Spätestens jetzt, nachdem das Unwetter zum wiederholten Mal durch unser Haus marschierte, sollte die Gemeinde auf deren Gelände neben unserem Haus für eine Wasserableitung sorgen." Ihr Wunsch scheint verständlich, denn auf dem Schaden bleiben die Hauseigentümer sitzen. Eine Versicherung kommt bei Naturkatastrophen nicht für die Schäden auf.SEITEN 13