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Landratsgarten Saarburg beherbergt heimische und nicht-heimische Arten

Umwelt : Saarburger Landratsgarten – Heimische Königskerze trifft auf japanische Magnolie

In dem noch jungen Saarburger Garten wachsen nicht nur heimische Arten. Ein Grund dafür ist in der Historie zu finden.

Nicht erst seit es grünt und blüht, lockt der Saarburger Landratsgarten zahlreiche Besucher an. Denn neben den Pflanzen machen den im Oktober 2020 fertiggestellten Garten auch seine Ausblicke attraktiv. In die eine Richtung überblicken Spaziergänger das gegenüberliegende Haus Warsberg, das nach dem Brand wieder aufgebaut wird. In der anderen Richtung zeigen sich Saar samt Brücke und Teile der Altstadt mit der Leuk und der Laurentiuskirche.

Lavendel hier, Baummagnolie dort – wer sich die Pflanzen im Landratsgarten anschaut, stellt schnell fest, dass nicht nur einheimische Gewächse dort gedeihen. Wie wurde das Grün ausgewählt? Laut Claudia Wagner von der Pressestelle der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell spielten zunächst ganz einfache  Aspekte bei der Auswahl eine Rolle. So sollte die Attraktivität der Gartenanlage durch Blühpflanzen gesteigert werden. Bäume wurden zudem als Schattenspender eingeplant.

Außerdem sollte die Pflanzung eine Leitfunktion durch den Garten übernehmen. Als Leitpflanze sei vor allem die Rote Sommerspiere verwendet worden. Sie ziehe sich durch die ganze Anlage und bilde ein verbindendes Element. Die Rote Sommerspiere gelte als äußert unkompliziert, pflegeleicht, trockenheitsresistent und sei dennoch eine attraktive Gartenpflanze.

 Saarburger Landratsgarten: Er bietet auch schön Ausblicke.                      Platz mit schöner Aussicht: der Landratsgarten in Saarburg. Er bietet Ausblicke zum einen in Richtung Stadt (im Bild), zum andern und auf das Haus Warsberg, das nach dem Brand wieder aufgebaut wird.
Saarburger Landratsgarten: Er bietet auch schön Ausblicke. Platz mit schöner Aussicht: der Landratsgarten in Saarburg. Er bietet Ausblicke zum einen in Richtung Stadt (im Bild), zum andern und auf das Haus Warsberg, das nach dem Brand wieder aufgebaut wird. Foto: TV/Marion Maier

Ein weiterer Aspekt, der bei der Pflanzenauswahl berücksichtigt wurde, ist die Historie. Der Landratsgarten erstreckt sich laut Wagner auf den Flächen des früheren Gartens des Warsberger Hofs, der von 1593 bis 1700 bestand. Die städtischen Bürgergärten dieser Zeit kennzeichne eine „Freude am Sammeln von Pflanzen und das wissenschaftlich-botanische Interesse“. Wagner: „Es war also in Mode, Pflanzen aus fernen Ländern zu sammeln.“ In Anlehnung daran seien Maulbeerbäume (China, Taiwan, Korea, Himalaja), eine Kobushi-Baummagnolie (Japan) und eine Hopfenbuche (Südeuropa, Kleinasien) verwendet worden. Wagner stellt klar: „Diese Baumarten gelten auch als ‚Zukunftsbäume‘, die den Anforderungen des Klimawandels besonders gewachsen sind, was an den heißen und trockenen Standorten auf dem Felsrücken des Landratsgartens von besonderer Bedeutung ist.“ Die Auswahl der Bäume orientiere sich auch an ihrer Eignung für den jeweiligen Standort und an der angestrebten Kronengröße.

Bei den übrigen Pflanzen sei es nicht nur um eine lange Blütezeit, sondern auch um die Ökologie gegangen. So seien zahlreiche Pollen spendende und bei Insekten beliebten Gewächse ausgewählt worden, wie zum Beispiel Lavendel, Blauraute, Sommerflieder und Rosen. Es sei ein Kräuter- und ein Staudenbeet gebildet worden. Auf den steilen Böschungen seien zum Teil heimische Kräuter- und Blumenmischungen angesät worden, insbesondere die Königsskerze und die Färberkamille.

Laut Wagner waren weitere Auswahlkriterien für die Pflanzen deren Eignung für den Standort mit schwierigen Bedingungen (heiß, trocken, exponiert) sowie ihre unkomplizierte Pflege. In weniger anspruchsvollen Bereichen seien als heimische Pflanzenarten Liguster, Eibe und Apfel-Rose gepflanzt worden.

 Saarburger Landratsgarten.
Saarburger Landratsgarten. Foto: TV/Marion Maier
 Saarburger Landratsgarten.
Saarburger Landratsgarten. Foto: TV/Marion Maier
 Saarburger Landratsgarten: Er bietet auch schön Ausblicke.
Saarburger Landratsgarten: Er bietet auch schön Ausblicke. Foto: TV/Marion Maier

Investiert wurden in den Landratsgarten 358 000 Euro inklusive Mauersanierung, Absturzsicherung, Metall- und Pflasterarbeiten. Zuschuss: 159 000 Euro.