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Landtagswahl 2021: Besuch im Wahllokal im Hochwald (Fotos/Video)

Urnengang in Corona-Zeiten : Von Schnelltest bis Spuckschutz – Ein Besuch im Wahllokal in Kell am See (Fotos/Video))

Es ist eine Landtagswahl unter besonderen Umständen. Um Helfer und Wähler vor dem Virus zu schützen, gab es in den Wahllokalen einiges vorzubereiten. Wie das in Kell am See funktioniert hat und wie viele dort per Brief abgestimmt haben.

Drei Zettel hängen über dem Eingang zur Turnhalle der Realschule plus in Kell am See: „Wahllokal“ ist auf einem zu lesen, rechts davon der Hinweis „Eingang“, links „Ausgang“. Die ungewöhnliche Beschilderung ist schon ein erstes Zeichen dafür, dass der heutige Urnengang nicht ganz so abläuft wie bei früheren Landtagswahlen.

Die Pandemie macht es erforderlich, im Wahllokal bestimmte Schutzvorkehrungen zu treffen. „Wir sind deshalb vom kleineren Raum in der Schule, der sonst als Wahllokal dient, in die große Turnhalle gewechselt“, erklärt Ortsbürgermeister Markus Lehnen beim Besuch des TV. In der Halle sei noch mehr Platz, um alle Hygieneanforderungen erfüllen zu können.

Landtagswahl 2021 Rheinland-Pfalz - Ein Besuch im Wahllokal in Kell

Dazu gehören ein separater Ein- und Ausgang, markierte Wartebereiche vor der Wahlurne und beim Abholen der Unterlagen, Desinfektionsmittel-Spender und ausreichender Abstand zwischen den acht Wahlkabinen. „Jeder Wähler bekommt einen Kugelschreiber, den er nach dem Wahlgang mitnehmen soll“, erläutert Lehnen. Außerdem ist Wahlhelfer und Gemeinderatsmitglied Johannes Reitz sofort zur Stelle, um die Wahlkabinen nach jedem Nutzer abzuwischen und zu desinfizieren.

Reitz ist außerdem entsprechend geschult, um bei Bedarf Corona-Schnelltests bei den Wahlhelfern vornehmen zu können. Wie das funktioniert, demonstriert er an Helfer Karl-Heinz May: 15 Minuten dauert es nach dem Abstrich in der Nasenhöhle und dem Auftragen auf das Test-Kit, dann ist das Ergebnis da: negativ.

Die meisten der 15 Freiwilligen, die in zwei Schichten am Sonntag von 8 bis 18 Uhr im Einsatz sind, haben diesen Test laut Lehnen schon am Vorabend absolviert: „Das Ergebnis war bei allen negativ.“ Im Falle eines positiven Ergebnisses hätten die Wahlhelfer in Kell ihren Dienst im Wahllokal nicht antreten können und sich beim Gesundheitsamt melden müssen, um einen PCR-Test nachzuschieben. Um die Helfer und die Wähler in der Halle vor einer Ansteckung zu schützen, sind beide an der Stimmabgabe-Station durch Glasscheiben voneinander getrennt.

Der Betrieb ist am Sonntagvormittag überschaubar in der Keller Turnhalle – eines von insgesamt 98 Wahllokalen im Wahlkreis Konz/Saarburg, zu dem die Verbandsgemeinden Hermeskeil, Konz und Saarburg-Kell gehören. Dass wenig los ist, hat einen nachvollziehbaren Grund: „Wir haben 1580 Wahlberechtigte im Ort, davon hat ziemlich genau die Hälfte Briefwahl beantragt“, sagt Ortschef Lehnen. Die anderen, die vor Ort ihre Stimme abgeben wollen, kämen „nur tröpfchenweise, nicht in großen Gruppen“. Das habe den Vorteil, dass die Einhaltung der Hygieneauflagen in Kell bislang „sehr gut zu managen ist“. Für die Wahlhelfer, sagt Lehnen, bedeute der hohe Anteil an abgegebenen Briefwahlumschlägen zwar mehr Arbeit. Denn bei allen müsse die Wahlberechtigung kontrolliert werden, bevor die Wahlunterlagen am Abend gemeinsam mit den vor Ort abgegebenen Stimmen ausgezählt würden. Das Zählen insgesamt, glaubt der Ortschef, werde nicht viel länger dauern als bei früheren Landtagswahlen.