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Landtagswahl 2021: Porträt Detlef Müller-Greis, FWG-Kandidat im Wahlkreis 26

Landtagswahl 2021 - Kandidatenporträt : Neuer Anlauf für den Landtag: Detlef Müller-Greis kandidiert für FWG in Konz/Saarburg

Detlef Müller-Greis tritt als Direktkandidat der FWG im Wahlkreis Konz/Saarburg an. Mit dem TV hat er nicht nur über Politik, sondern auch über Gott und das dritte Geschlecht gesprochen.

Detlef Müller-Greis sitzt in seinem Arbeitszimmer in Konz-Könen. Die Webcam zeigt beim digitalen Termin mit dem TV-Redakteur die Bücherregale hinter ihm. Dort sind mehrere Regalfächer voller Lustiger Taschenbücher zu sehen – jene Comics, deren Buchrücken zusammengestellt Figuren aus dem klassischen Walt-Disney-Universum zeigen. Ein Blickfang. Auf Nachfrage erklärt der 61-jährige promovierte Biologe begeistert: „Ich bin absoluter Comic-Fan.“ Die lustigen Taschenbücher habe er nach Band 430 aufgehört zu sammeln. 7,50 Euro alle zwei Wochen seien ihm zu viel gewesen. Es gebe aber auch Asterix-, Masupilami- oder Gaston-Hefte in seiner Privatbibliothek. Diese beschränkt sich nicht auf Comics. 2500 Bücher hat der Konzer: Fachliteratur, Nachschlagewerke, Fantasyromane, Krimis und vieles mehr. Da sei für jeden etwas dabei.

Doch eigentlich will der FWG-Mann über seine Kandidatur für den Landtag sprechen. Er tritt zum zweiten Mal als Direktkandidat an. 2016 hat er 5,8 Prozent der Erststimmen gewonnen. Diesmal träumt er von einem zweistelligen Ergebnis. Er hausiert dabei mit seiner kommunalpolitischen Erfahrung: 16 Jahre Ortsbeirat, 14 Jahre Stadtrat, zwölf Jahre Verbandsgemeinderat, wo er immer noch FWG-Fraktionssprecher ist. Seit 2008 ist er unangefochtener Ortsvorsteher in Könen.   Weil Müller-Greis als studierter Biologe Experte für Umwelt und Natur ist – Themen, die er auch auf Landesebene vertreten möchte, arbeitet er seit 2014 auch im Naturschutzbeirat des Kreises  Trier-Saarburg mit. Inzwischen ist er auch Berufspolitiker als Landesgeschäftsführer der Freien Wähler in Rheinland-Pfalz. Angesichts all dieser Ämter scherzt er: „Ich bin so etwas wie ein Universal-Dilettant. Ich mische überall mit.“

Dass er überhaupt mitmischt, liege  daran, dass er von Anfang an das Gefühl gehabt habe, dass er zumindest auf lokaler Ebene etwas verändern könne. Diese Überlegung wiederum habe ihn zur Freien Wählergemeinschaft (FWG) geführt. Diese lasse ihren Mitgliedern mehr Freiheit als andere Parteien. So gebe es zum Beispiel keinen Zwang zur Fraktionsdisziplin. Müller-Greis’ politisches Vorbild kommt jedoch aus der SPD: Altkanzler Helmut Schmidt bewundert er für dessen Ruhe und Herangehensweise an Probleme.

Müller-Greis macht ein „unheimliches Gefälle zwischen Stadt und Land“ aus. „Kleine Dörfer werden abgehängt, da müssen wir etwas unternehmen“, sagt er mit Blick auf ärztliche Versorgung, öffentlichen Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten und Digitalisierung.

Müller-Greis ist Lektor in der Kirchengemeinde und Büttenredner im Karnevalsverein. Bogenschießen, Fotografie und Schreiben, zählt er ebenfalls als Hobbys auf. Sach- und Kurzgeschichten habe er schon geschrieben, sagt er. Irgendwann wolle er einen sozial-philosophischen  Fantasy-Roman schreiben. Bis dahin verbringt der 61-Jährige, der drei erwachsene Kinder hat und seit 2009 geschieden ist, seine Zeit vielleicht noch als Dozent bei der Katholischen Erwachsenenbildung.

Zurzeit arbeitet er an einer Reihe mit dem Titel „Theologie trifft Naturwissenschaft“ mit. In seinen Vorträgen gehe es zum Beispiel um die Parallelität von Schöpfungsgeschichte und Evolution oder das  dritte Geschlecht. Auch der Naturwissenschaftler stoße bei der Frage nach dem Ursprung des Urknalls an die Grenzen, sagt er. Für ihn ein Grund, an Gott zu glauben. Seine Antwort auf die Frage nach der Zahl der Geschlechter: „Es gibt unendlich viele.“ Die Endpunkte einer Linie zwischen den Polen „Männlich“ und „Weiblich“ würden – biologisch betrachtet – nie erreicht.