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Landwirtin lenkt nun Beurens Politik

Landwirtin lenkt nun Beurens Politik

Die 36 Jahre alte Petra Adams-Philippi leitet in ihrem Heimatdorf Beuren nicht nur schon etwas länger einen größeren landwirtschaftlichen Betrieb. Durch einen überraschenden Wahlsieg hat sie sich dort inzwischen auch das Amt der Ortsbürgermeisterin gesichert. Im TV-Porträt spricht Adams-Philippi, die für eine nach ihr benannte Wählergruppe (WG) angetreten war, über ihre Ziele bis 2019 und die politischen Grundsätze, die ihr wichtig sind.

Beuren. Selbst Kenner der kommunalpolitischen Szene in der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil hatten am 25. Mai verwundert nach Beuren geschaut. Denn dort brachte die Urwahl für das Amt des Ortsbürgermeisters ein völlig unerwartetes Ergebnis. Im knapp 1000 Einwohner zählenden Beuren und dessen Ortsteil Prosterath schaffte es die WG-Kandidatin Petra Adams-Philippi, den bisherigen politischen Platzhirsch zu verdrängen. Mit 51,4 Prozent setzte sich Adams-Philippi gegen SPD-Mann Manfred Köhl durch. Der dienstälteste Ortschef in der VG hatte seit 1979 in Beuren regiert und musste nach 35 Jahren sein Amt abgeben.
Selbst nicht mit Sieg gerechnet


Rückblickend fällt es im TV-Gespräch selbst Adams-Philippi schwer, zu erklären, welche Gründe es für ihren sensationellen Wahlsieg gab. "Vielleicht war es so, dass die Beurener und Prosterather einfach mal einen frischen Wind haben wollten", sagt die neue Ortsbürgermeisterin. Und sie fügt hinzu: "Der Ausgang der Wahl war für mich genauso überraschend wie für Herrn Köhl. Gerechnet hatte ich damit nicht. Ich hatte aber auch nichts zu verlieren."
Eins stellt Adams-Philippi aber auch klar: Nachdem sie die Gewissheit hatte, dass sie nun an der Spitze der Gemeinde steht, "habe ich nicht gedacht: ,Oh je, was kommt jetzt auf mich zu.\' Ich will zusammen mit meinem Team von der WG in meinem Amt für Beuren und Prosterath etwas erreichen und sehe das auch als Lebensabschnitt, der mir viele neue Erfahrungen bringen wird."
Sie habe nicht die Befürchtung, "dass ich zeitlich nicht mehr rumkomme. Es gibt ja auch andere Ortsbürgermeister, die berufstätig sind und ihre Sache gut machen. Außerdem wächst man ja auch in die Aufgabe hinein", sagt Adams-Philippi. Fest steht aber auch: Neben dem politischen Ehrenamt hat die 36-Jährige einen Job, der nicht für kurze Arbeitszeiten bekannt ist.
2012 übernahm Adams-Phili ppi die Leitung des elterlichen Landwirtschaftsbetriebs. 150 Kühe und Bullen stehen in den Ställen. 180 Hektar Land ist zu bewirtschaften. Um den Spagat zwischen der Rolle als Ortsbürgermeisterin und dem Beruf zu schaffen, setzt sie auf den Rückhalt und die Hilfe von Familie und Freunden.
Im zwölfköpfigen Beurener Rat hat die WG Adams-Philippi keine eigene Mehrheit. Sie verfügt ebenso wie die SPD über fünf Mandate. Die WG Klein hat - möglicherweise als Zünglein an der Waage - zwei Sitze. Mit Blick auf diese Konstellation betont Adams-Philippi: "Ich appelliere an alle, dass es im Rat nicht um Parteien oder Wählergruppen gehen darf, sondern darum, gute Entscheidungen für Beuren und Prosterath zu treffen."
Bei der Frage nach den wichtigsten Zielen in ihrer bis 2019 andauernden Amtszeit, fallen die Antworten der neuen Bürgermeisterin allerdings knapp aus. Vielmehr wiederholt sie im TV-Gespräch mehrfach den politischen Grundsatz, der ihr wichtig ist. "Ich will nichts versprechen, was ich nicht halten kann." Das sagt Adams-Philippi auch mit Blick auf die finanzielle Situation der verschuldeten Gemeinde.
In Sachen Windkraft - und damit einer möglichen neuen Einnahmequelle - hält Adams-Philppi aber fest, "dass wir an diesem Thema dranbleiben". Die Gemeinde plant den Bau von sieben Windrädern, wird aber zurzeit durch das Mopsfledermausproblem ausgebremst. In der Nähe der geplanten Standorte wurden Quartiere des streng geschützten Tiers entdeckt. Ansonsten erscheit es Adams-Philippi wichtig, "die Dinge zu erhalten, die wir hier in Beuren schon haben." Beispielsweise hat für die neue Ortschefin die Umgestaltung des Kinderspielplatzes "nun Vorrang", wie sie sagt. Auch die sukzessive Renovierung des Bürgerhauses sei eine Aufgabe, die die Gemeinde auch in Zukunft beschäftigen wird.Extra

Petra Adams-Philippi, Jahrgang 1978, ist verheiratet, hat keine Kinder. Viel Zeit für Hobbys habe sie nicht mehr. "Wichtig ist mir, für die Familie da zu sein", sagt sie. Bevor sie dieses Amt übernahm, war Adams-Philippi 15 Jahre lang im Gemeinderat. Von 1999 bis 2009 gehörte sie der SPD-Fraktion an. Dann wechselte sie von 2009 bis 2014 zur CDU. Bei der Kommunalwahl 2014 gab es dann keine CDU-Liste mehr. Aus den Reihen dieser Partei schlossen sich mehrere Politiker - unter anderem der aktuelle erste Beigeordnete Harald Schmitt - der neu gegründeten WG Adams-Philippi an. Adams-Philippi ist neben Nastja Raabe aus Bescheid die zweite Frau, die an der Spitze eines Orts in der VG Hermeskeil steht. Raabe wurde durch den Gemeinderat gewählt, Adams-Philippi direkt von den Bürgern. ax