Lange Haare, breiter Sound, gute Taten

Lange Haare, breiter Sound, gute Taten

Die Legenden der etwas härteren Klänge im Musikgeschäft haben sich in Pellingen mit zwei Bands ein Stelldichein gegeben. Maas Attack aus dem Saarland und die Band mit dem provozierenden Namen F.U.C.K. aus Würzburg begeisterten junge und nicht mehr ganz so junge Fans.

Pellingen. Der Herrgottsrock in Pellingen ist in der deutschen Musikszene ein Begriff. 15 Bands bewarben sich beim Präsidenten, Edgar Lauer, und dem Vorstand des Herrgottrock um einen Auftritt. "Wir können uns die Leute inzwischen aussuchen", sagt Lauer mit deutlichem Stolz in der Stimme.
Und Stimme sollte man haben, um die Schulturnhalle gut auszufüllen. In der 14. Auflage fiel die Wahl auf Maas Attack. Den Veranstaltern war die Formation beim Wettbewerb Voice of Germany aufgefallen.
Die beiden Schwestern Laura (30) und Vicky (25) nebst ihrer Band kommen aus dem saarländischen Elm. Mit Gitarre, Geige, Mundharmonika und zwei mächtigen Stimmen ziehen sie die geschätzten 500 Zuhörer in ihren Bann, wobei die mittlere Altersgruppe eine deutliche Mehrheit bildet. Ob Janis Joplin, Pink oder Cheap Trick: Immer klingen die beiden wie ihre großen Vorbilder.
Auch eigene Songs wie Cat, Every Day oder Let your Hair down stellten die musikalischen Schwestern vor. "Die Themen dazu liefert der Alltag in Hülle und Fülle", erklärt Laura auf die Frage, wie sie auf Ideen für ihre Songs kommen.
Aus dem Großraum Würzburg im Frankenland stammt die Band mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen F.U.C.K. Auf eine Übersetzung soll an dieser Stelle verzichtet werden. Ihr Markenzeichen: extrem lange Haare, die man gerne schon mal "fliegen" lässt. "Es sollte ein provokanter Name sein", erinnert sich Sänger und Bassist Chris Bay. Wofür die Abkürzung steht, könne sich ja jeder selbst zusammenbasteln.
Die fünfköpfige Formation ist eine Coverband, aber doch mit eigenem Sound. "Wir sind keine Hitparadenband", auf diese Feststellung besteht Sänger Chris, der in seiner Stimmlage leicht an Led Zeppelin oder Deep Purple erinnert. Da ist AC/DC, Metallica und Alice Cooper schon eine der leichteren Übungen.
Auch die jüngeren Fans kommen mit Stücken von Sabaton, Volbeat oder Slayer auf ihre Kosten. "Gut, dass hier Musik für mehrere Generationen gespielt wird", findet Carmen (46) aus Pellingen, die, wie die Musiker, nur ihren Vornamen verrät. "Hier wird eine musikalische Brücke zwischen Eltern und jungen Leuten geschlagen", ergänzt Tanja (39), ebenfalls aus Pellingen.
Stammgast ist Dieter (47). Er kommt seit zwei Jahrzehnten, sogar als noch der Motorradclub das Festival organisierte: "Das hat mir immer gut gefallen. Hard- Rock ist eben spitze."
Als abzusehen war, dass die Biker das Festival nicht mehr stemmen können, erinnerte sich Edgar Lauer, dass es doch mal einen Weinberg mit dem schönen Namen Herrgottsrock in Pellingen gab. "Das passte so gut, den Namen haben wir so gelassen für unsere Musik", erinnert er sich.
Gerockt wird in Pellingen auch für die gute Tat. "Wir unterstützen mit dem Erlös Vereine, die Jugendarbeit betreiben", erklärt Lauer. Abgerechnet ist noch nicht, aber geschätzte 400 Euro kommen in jedem Jahr dabei heraus. "Wer das Geld bekommt, müssen wir noch entscheiden", sagt der Präsident. doth