Langeweile gibt es nicht

MANNEBACH-KÜMMERN. (hpü) Mirjam Fisch ist eine Frau mit Führungsqualitäten. Die braucht sie auch, schließlich ist die 22-Jährige Vorsitzende der Katholischen Jugendgruppe Mannebach – und das seit rund fünf Jahren. Ein Ende ihrer Karriere ist derzeit nicht in Sicht.

Mitgestaltung des Martinsumzugs, diverse Sammel- und Säuberungsaktionen, Gruppenfahrten, regelmäßige Treffen im Jugendraum - wer in Mannebach wohnt und im jugendlichen Alter ist, dürfte eines nicht kennen: Langeweile. Falls doch, dann hat er oder sie wohl noch nichts von der Katholischen Jugendgruppe (KJG) Mannebach gehört. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine rund 50-köpfige Truppe, bestehend aus Mädchen und Jungen zwischen acht und 25 Jahren, die ihre Freizeit nicht ausschließlich vor dem Computer oder der Flimmerkiste verbringen wollen. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht irgendwas "gebacken" ist. Dass das so ist, dafür sorgen auch die derzeit sechs Mitglieder des Vorstands, allen voran Mirjam Fisch. Seit rund fünf Jahren ist die junge Frau aus dem Ortsteil Kümmern Vorsitzende der KJG. In Mannebach scheint es nicht ungewöhnlich zu sein, dass eine Frau in einem Verein das Sagen hat. "Als ich damals gewählt wurde, haben die Leute mich gleich von Anfang an akzeptiert", berichtet die 22-Jährige. Allerdings verfüge sie auch über die nötige Durchsetzungskraft. Dass sie sich intensiv mit dem Vereinsleben des Ortes beschäftigt, liegt auch daran, dass sie sehr heimatverbunden ist. Mirjam Fisch gehört nicht zu denen, die das Landleben "satt" haben und sich nach dem städtischen Trubel sehnen. Im Gegenteil: "Es würde mir schwer fallen, beispielsweise aus beruflichen Gründen hier wegzugehen." Ob das jemals der Fall sein wird, ist fraglich. Derzeit studiert Fisch an der Universität Saarbrücken Chemie und Geographie. Ihr Ziel: "Ich möchte Lehrerin werden." Es sei mitunter etwas stressig, das Studium mit der Arbeit für die Jugendgruppe abzustimmen - "beides ist schließlich sehr zeitaufwändig". Steht beispielsweise die alle zwei Jahre stattfindende Gruppenfahrt an, oder ist die Verlosung im Rahmen des Martinsumzugs zu organisieren, "rotiert" Mirjam Fisch schon Tage, manchmal Wochen im Voraus, damit alles klappt. "Die Leute sehen oft nicht, welche Arbeit hinter diesen Dingen steckt." Kein Wunder also, dass sich die junge Frau bei ihren Vereinsaktivitäten auf die Jugendgruppe beschränkt. Inzwischen ist Fisch derart mit ihrem "Job" verwachsen, dass sie über ein Ende ihrer Karriere als Vorsitzende noch nicht nachgedacht hat. Obwohl die Sache oft nicht ganz einfach sei, sei sie bereit, noch mal für das Amt zur Verfügung zu stehen. "Außerdem würde ich im Hinblick auf meine Arbeit der vergangenen Jahre die Sache nicht von heute auf morgen einfach so hinwerfen." Mirjam Fisch will sich - vorausgesetzt, sie wird gewählt - auch in den kommenden Jahren um die KJG kümmern.