Langfristiger Plan für Katastrophenschutz
Konz · Die Verbandsgemeinde Konz plant langfristig, welche Feuerwehren neue Fahrzeuge bekommen. Insgesamt sollen 1,7 Millionen Euro investiert werden, um in die Jahre gekommene Einsatzwagen zu ersetzen.
Konz. Wenn es brennt, muss es schnell gehen. Die Feuerwehren müssen nach acht Minuten am Einsatzort sein. Das ist im Brand- und Katastrophenschutzgesetz für das Land Rheinland-Pfalz geregelt. Nicht so schnell geht es hingegen bei der Anschaffung neuer Fahrzeuge. Weil die Ko mmunen als Verantwortliche für den Brandschutz beim Fahrzeugkauf auf Landesfördergeld angewiesen sind, ist eine langfristige Planung nötig. Werner Jacobs, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Konz, hat deshalb zusammen mit der Konzer Verwaltung einen Plan für Brand- und Katastrophenschutz für die Jahre 2011 bis 2016 erstellt.
Kauf dauert bis zu sieben Jahre
Insgesamt werden laut diesem Papier in den nächsten Jahren 1,7 Millionen Euro in neun neue Feuerwehrfahrzeuge gesteckt. Den Löwenanteil, 947 000 Euro, trägt die VG, knapp 647 000 Euro trägt das Land. Bestimmte Fahrzeuge fördert auch der Kreis Trier-Saarburg.
Jacobs rechnet damit, dass die Fahrzeuge fünf bis sieben Jahre nach dem Förderantrag gekauft werden - bei Antragstellung 2011 also frühestens 2016. Die Landesregierung ist etwas optimistischer. Das Land genehmige die Zuschüsse grundsätzlich nach Antrageingang, sagt David Freichel, Pressesprecher des Landesinnenministeriums. Das Land fördere den Katastrophenschutz jährlich mit 13 Millionen Euro. Trotzdem habe sich ein nicht bewilligtes Antragsvolumen aufgebaut. Bei Fahrzeugen bedeute das eine drei- bis vierjährige Wartezeit.
Jacobs betont, dass die Feuerwehren keine zusätzlichen Einsatzfahrzeuge bekommen. "Das sind alles Ersatzfahrzeuge für in die Jahre gekommene Feuerwehrautos", erklärt er. "Die Wagen sind alle älter als 30 Jahre, wenn sie ersetzt werden."
Ab 2012 sollen Anträge für die Feuerwehren in Oberbillig, Filzen-Hamm, Kanzem, Pellingen und Nittel gestellt werden. Noch 2011 werden Zuschüsse für zwei neue Wagen für die freiwillige Feuerwehr der Stadt Konz beantragt. 85 000 Euro sind für einen Einsatzleitwagen eingeplant, 250 000 Euro kostet ein neuer Tankwagen, der den alten, Baujahr 1977, ersetzen soll. "Der Tankwagen hat seinen Dienst geleistet", sagt Martin König, Pressewart der Freiwilligen Feuerwehr Konz. "Von der Motorisierung, Geschwindigkeit und Ausstattung her entspricht der nicht mehr dem Stand der Technik."
Der neue Einsatzleitwagen werde vor allem wegen der Umstellung auf Digitalfunk gebraucht (der TV berichtete). Das Fahrzeug unterstütze am Einsatzort den Einsatzleiter und übernehme das Funkmanagement. Von beiden Fahrzeugen profitierte nicht nur die städtische Feuerwehr. Der Einsatzleitwagen wird laut König für die gesamte VG gebraucht.
Wenige Tankwagen im Kreis
"Der Tankwagen dient auch dem überörtlichen Brandschutz", sagt König. Bei solchen speziellen Fahrzeugen zahlt der Kreis einen Zuschuss von 25 Prozent. Im gesamten Kreis Trier Saarburg gibt es nur vier solcher Tankwagen - in Konz, Saarburg, Osburg und Newel.
"Die werden überall gebraucht, wo es Probleme mit der Wasserversorgung gibt - vor allem außerhalb von Ortschaften, zum Beispiel bei Waldbränden", sagt Kreisfeuerwehrinspekteur Stefan Sihr. Er bestätigt, dass der Konzer Wagen zu alt ist. Einen neuen bekommen die Konzer trotzdem frühestens 2016.