Laufen lernen in Gruppe fünf

ZEMMER-SCHLEIDWEILER. Eine neue Krippengruppe mit Ganztagsbetreuung für Kinder unter drei Jahren ist im Kindergarten der Gemeinde Zemmer eingerichtet worden. Damit wurde nicht nur ein attraktives Angebot für Berufstätige und allein Erziehende geschaffen, sondern auch die wegen sinkender Kinderzahlen drohende Schließung einer Gruppe abgewendet.

Laura hat kürzlich ihren ersten Geburtstag gefeiert - im Kindergarten Schleidweiler. Sie ist eins der fünf Kinder, die seit September in der neuen Krippengruppe betreut werden. Das Angebot für Kinder unter drei Jahren stehe Familien aus der Großgemeinde und dem ganzen Kreis Trier-Saarburg offen, sagt Esther Harig, die Leiterin des Kindergartens.Sprachentwicklung und Farben

"Von morgens 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr können die Kleinen entweder bis zu fünf Stunden oder ganztags hier bleiben." Drei Erzieherinnen, eine in Vollzeit, zwei in Teilzeit, kümmern sich mit gezielten pädagogischen Angeboten um das Wohlergehen der Kleinen. "In diesem Alter steht die Sprachentwicklung im Vordergrund, sonst beschäftigen wir uns zum Beispiel auch mit Farben", erläutert Gruppenleiterin Regina Scherf. Der Tagesablauf sei rhythmisch gegliedert in Begrüßungsphase, freies Spiel, Frühstück mit Tischgebet und Lied, Schlaf- und Ruhepausen, Spaziergänge, Mittagessen - geliefert vom "Schönfelder Hof" - und gezielte Lernangebote. Zusätzlich zur seit einem Jahr bestehenden Ganztagsbetreuung für ältere Kinder sei damit ein attraktives Angebot für die jungen Familien geschaffen worden, die sich in einem der Baugebiete der Gemeinde niederlassen wollen, meint Kindergarten-Leiterin Harig. Doch nicht allein dem in Umfragen ermittelten Bedarf an Krippenplätzen verdankt die neue Gruppe ihre Entstehung, sondern vor allem einem bedenklichen Umstand: Wegen stetig sinkender Kinderzahlen hatte der Betreiber des Kindergartens, das Bistum Trier, beschlossen, die erst vor einigen Jahren eingerichtete fünfte Kindergartengruppe zu schließen, was die Entlassung zweier Erzieherinnen zur Folge gehabt hätte. "Das hat uns als Ortsgemeinde und Eigentümer des Kindergartens auf den Plan gerufen, und wir haben angeboten, die Lücke zu füllen", sagt Bürgermeister Winfried Wollscheid. In Gesprächen mit Kirche, Kindergartenleitung, Gemeinderat, Kreisverwaltung und Verbandsgemeinde habe man sich auf die Einrichtung der Krippe geeinigt, für deren Personalkosten anteilig die Ortsgemeinde aufkomme. Zwar gebe es Kreis- und Landeszuschüsse, doch die Gemeinde habe noch vor einer weiteren finanziellen Herausforderung gestanden, nämlich der Umgestaltung, dem Ausbau und der Einrichtung der Räume: Aus dem Personal- wurde ein Schlafraum, neben der Kinderküche entstand ein Platz für Waschmaschine und Trockner, es wurden ein neuer Personalraum eingerichtet und kleinkindgerechte Möbel, Spielmaterialien und Spielgeräte für den Spielplatz angeschafft.15 000 Euro von der Gemeinde

"Ungefähr 15 000 Euro sind dafür vom Gemeinderat bewilligt worden. In Zeiten leerer Kassen ist das ein großer Batzen Geld. Aber Kinder sind unsere Zukunft, deshalb sehen wir das als gute Investition an", sagt Wollscheid und freut sich, dass viel Eigenleistung durch Einsatz der Gemeindearbeiter erbracht wurde. Kindergartenleiterin Esther Harig ist begeistert, dass der Kindergarten, für den Errungenschaften wie eine Busbegleitung schon immer selbstverständlich waren, sich einmal mehr auf moderne gesellschaftliche Anforderungen eingestellt und dabei ein äußerst vorzeigbares Gesicht bekommen habe. "Das ist ein weiterer großer Schritt in der dreißigjährigen Entwicklung unseres Kindergartens", meint Bürgermeister Wollscheid. Vielleicht so groß wie der von Laura - sie hat gerade im Kindergarten laufen gelernt. In der Krippengruppe sind noch Plätze frei, Informationen unter Telefon 06580/323.