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Lebendig, charmant, hoch musikalisch

Lebendig, charmant, hoch musikalisch

In Portugal hat sie sich vom Geheimtipp zum echten Kassenschlager entwickelt. Jetzt tourt sie durch Deutschland: die Band Oquestrada gastierte in der Synagoge in Wawern und eroberten die Herzen der Zuschauer im Sturm. Der TV präsentierte das kleine aber feine Konzert.

Wawern. (MRA) Eng zusammengedrängt sitzen rund 80 Zuschauer unter dem blauen Sternenhimmel der kleinen Wawerner Synagoge. Sogar aus dem nördlichen Luxemburg sind portugiesische Fans des Straßenorchesters Oquestrada angereist, um den Tasca-Beat, den Klang portugiesischer Tavernen, zu erleben.

Wer jetzt melancholische Fados, also portugiesischen Nationalgesang, erwartet, hat sich getäuscht. Oquestrada widerlegen dieses Klischee frech, humorvoll und unglaublich musikalisch.

Frontfrau Marta Miranda zieht das Publikum nicht nur mit ihrer mal starken, mal samtweichen Stimme in den Bann, auch ihr schwingendes Blumenkleid und ihre riesigen goldenen Ohrringe mit Ankermotiv ziehen die Blicke auf sich.

Ihre fünf männlichen Begleiter an Trompete, Akustikgitarre, Akkordeon, portugiesischer Gitarre und Kontrabass sind musikalisch wunderbar aufeinander eingespielt. Zusammen sind die sechs ein Team, das Spaß an der bunt gemischten Weltmusik hat, die es präsentiert und die für Portugal mit seinen afrikanischen, brasilianischen oder lateinamerikanischen Migranten steht.

Die Markenzeichen von Oquestrada: Gesang auf Französisch, Englisch und Portugiesisch und musikalische Einflüsse aus Hip Hop, Ska, Flamenco und Tango, die zu stimmigen Arrangements verwoben werden. Dabei singt Miranda nicht nur über Liebe, sondern auch gerne über ihre schöne Heimatstadt Lissabon. Heraus kommen Songs wie "Oxalá te veja" (Hoffentlich sehe ich Dich), "Eu e o meu País" (Ich und mein Land) oder "Tourner en rond" (Kreisverkehr-Rap) .

Das Publikum geht von Anfang mit - es klatscht und pfeift vor Begeisterung. Wer Portugiesisch nicht versteht, erfreut sich an der Musik. Wer es versteht, schmunzelt, weil er die besungenen Orte, den Tasca-Beat kennt. Schade, dass dieser Abend nach zwei Stunden zu Ende gehen muss. Doch Miranda und ihre Jungs müssen weiter, nach Bonn, Berlin und Riga.

Bleibt nur zu hoffen, dass Oquestrada auch bei uns vom Geheimtipp zum Kassenschlager werden und dass beim nächsten Mal mehr Zuschauer kommen. Denn ein nächstes Mal soll es geben. Das wenigstens verspricht Organisator Christof Kramp.