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Lebensberatung Hermeskeil setzt in der Pandemie auf Videochat-Beratung

Gesellschaft : Lebensberatung Hermeskeil: Ratsuchende nehmen digitale Angebote gut an

641 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im vergangenen Jahr bei der Lebensberatungsstelle Hermeskeil Hilfe gesucht. Zusätzlich nutzten weitere 256 Ratsuchende Angebote wie offene Sprechstunden und Weiterbildungen.

Bei Kindern und Jugendlichen stellte die emotionale Belastung aufgrund von Trennung oder Scheidung der Eltern den häufigsten Beratungsanlass dar. An zweiter und dritter Stelle wurden Partnerschaftskonflikte und die psychische Erkrankung eines Elternteils genannt.

42,5 Prozent der ratsuchenden Kinder und Jugendlichen leben nicht mehr in ihren Ursprungsfamilien. Die wichtigsten Themen für Erwachsene waren die Belastung durch kritische Lebensereignisse, depressive Verstimmungen oder Depression und Selbstwertproblematiken. Die durchschnittliche Beratungsdauer pro abgeschlossenem Fall lag bei 7,7 Stunden. Neben der persönlichen Beratung haben 46 Ratsuchende das Online-Angebot der Lebensberatungsstelle genutzt.

In Zusammenarbeit mit kirchlichen Einrichtungen (Mehrgenerationenhaus Johanneshaus und Hafen) und der Pfarrei St. Franziskus gab es Angebote für Familien, Unterstützung für Ehrenamt und für Menschen mit Fluchterfahrung.

Die Lebensberatung Hermeskeil ist Kooperationspartnerin der Kita „Wirbelwind“ Holzerath, der Kita Gusterath und der Kita St. Barbara Thomm im Programm Kita!Plus des Landes Rheinland-Pfalz, das die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Eltern und eine gute Vernetzung der Kindertagesstätten im Sozialraum in den Vordergrund stellt.

In 19 Fällen wurden Mitarbeitende von Kitas und Schulen im Rahmen ihrer pädagogischen Tätigkeit zum Thema Kinderschutz beraten.

Die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wirkten sich auch auf die Arbeit der Lebensberatung aus. Man habe jedoch schnell auf die neuen Gegebenheiten reagiert. Inzwischen habe sich die Nutzung von digitalen Angeboten (zum Bespiel Videochat-Beratung) verstetigt und werde von Ratsuchenden wie Beratern gut angenommen, heißt es im Jahresbericht.

Leidtragende der Corona-Schutzmaßnahmen seien vor allem Alleinlebende, Vorerkrankte und ältere Menschen gewesen. In Familien habe sich ein Zusammenhang zwischen coronabedingt unsicheren finanziellen Rahmenbedingungen und Ängsten oder psychosomatischen Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen gezeigt.

Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 322 300 Euro übernahm das Bistum Trier als Träger rund 159 300 Euro. Hinzu kamen Zuschüsse vom Landkreis Trier-Saarburg in Höhe von knapp 74 800 Euro; das Land Rheinland-Pfalz beteiligte sich mit 66 000 Euro; die Verbandsgemeinden Hermeskeil, Saarburg-Kell am See und Ruwer steuerten zusammen 22 100 Euro bei.

Für Hilfesuchende ist das Angebot der Lebensberatung kostenfrei. Das Team um den kommissarischen Leiter Dr. Tobias Gschwendner besteht aus einer Verwaltungsangestellten, zwei Diplom-Psychologinnen, einem Diplom-Psychologen, einer Diplom-Pädagogin und einer Sozialpädagogin.

 Während der Pandemie hat die Lebensberatung Hermeskeil mit der Einführung digitaler Beratungsangebote – wie zum Bespiel der  Videochat-Beratung – gute Erfahrungen gemacht.
Während der Pandemie hat die Lebensberatung Hermeskeil mit der Einführung digitaler Beratungsangebote – wie zum Bespiel der  Videochat-Beratung – gute Erfahrungen gemacht. Foto: dpa/Fabian Strauch

Weitere Informationen gibt es bei der Lebensberatung Hermeskeil, Hirtenweg 2a, 54411 Hermeskeil, Telefon 06503/6031 und -6032, E-Mail: lb.hermeskeil@bistum-trier.de und auf www.hermeskeil.lebensberatung.info