1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Lebhafte Diskussion der Ausbaupläne des Kreises für die K 132 in Wawern.

Ortsentwicklung : Die Ortsdurchfahrt ausbauen? Ja, aber ...

Warum in Wawern lebhaft über die Ausbaupläne des Kreises für die K 132 diskutiert wurde.

Eine unerwartet lebhafte Diskussion hat sich im Wawerner Ortsgemeinderat um die Frage entwickelt: Sollen wir den Plänen des Kreises zu einem mittelfristigen Ausbauprogramm von Ortsdurchfahrten zustimmen oder nicht? Betroffen wäre hier die Strecke zwischen der Einmündung der L 137 bis zum Ende Richtung B 51. Betroffen ist die Weinbergstraße.

Die Ratsmitglieder Heike Falkenberg und Constanze Thommes hatten sich im Vorfeld mit der Rechtslage vertraut gemacht und befürchten mit fälligen Ausbaubeiträgen erhebliche finanzielle Belastungen der Anlieger.

Zwar zählen beim Ausbau einer Kreisstraße nur die Bürgersteige und die Straßenbeleuchtung, „aber auch das kann teuer werden“, glaubt Heike Falkenberg. Mit Constanze Thommes ist sie der Meinung: „Die Anlieger haben ein Recht umfassend informiert zu werden.“ Deshalb müssten der Kreis und der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Fragen nach den zu erwartenden Kosten beantworten.

„Es geht hier nur um einen Grundsatzbeschluss, ohne den auch keine Vorplanung möglich ist“, argumentiert Ortschef Binz dagegen. Diese bekomme der Rat ja vorher auf den Tisch und könne darüber beraten. Außerdem müssten die rund 70 Jahre alten Wasserleitungen und Kanäle sowieso saniert werden. Das aber ist mit den Wasser- und Abwassergebühren jedes Einzelnen abgedeckt.

Hedwig Britten- Kuborn bestätigt: „Auf unseren Bürgersteigen gibt es zahlreiche Stolperfallen.“ Constanze Thommes hätte es gern schriftlich, dass der Rat auch wieder von seinem Beschluss zurücktreten kann und verweist darauf: „Einige Anlieger sind über 70 und bekommen keinen Kredit mehr.“ Auch für junge Familien sei ein zu hoher Ausbaubeitrag eine enorme Belastung, und: „Unser Dorf muss nicht nur bewohnbar, sondern auch bezahlbar bleiben.“

Michael Müller sagt: „Irgendwann muss das aber gemacht werden.“ Das Beispiel Kommlingen zeige, dass die Beiträge im vierstelligen Bereich bleiben.

Mit neun Ja- und zwei Neinstimmen votierte der Wawerner Rat grundsätzlich für die Gemeinschaftsmaßnahme. Eine Konkretisierung des Planungs- und Ausbauumfangs, sowie ein beitragsrechtlicher Grundsatzbeschluss folgen wenn die Entwurfsplanung des LBM vorliegt. Ab 2024 sollen nach dem Willen der noch amtierenden Landesregierung alle Kommunen vom Einmaligen Beitrag auf Wiederkehrenden Beitrag umstellen. Das bedeutet: Besitzer bebauter oder bebaubarer Grundstücke zahlen erheblich weniger, werden aber immer herangezogen, wenn irgendwo eine Straße im Dorf ausgebaut wird. „Die Höhe der Beiträge richten sich nach den geltenden Vorschriften, wenn es soweit ist“, sagt Ortsbürgermeister Binz.