Leere Kassen: Damflos beschließt Doppelhaushalt

Leere Kassen: Damflos beschließt Doppelhaushalt

Die Eröffnungsbilanz und das aktuelle Zahlenwerk sind für Damf los ernüchternd. Investiert wird nur in die Friedhofsgestaltung und die Kindergartensanierung. Auch 2012 soll eisern gespart werden.

Damflos. "Keine Bauplätze verkauft, keine Einnahmen aus Windkraft oder dem Wald", seufzt Joachim Wellenberg in der Ortsgemeinderatssitzung, in der es für Damflos ums Geld geht. Die Hermeskeiler Finanzverwaltung legt die erste Bilanz nach der Doppik (doppelte Buchführung in Konten) vor. Stefan Gorges hat es ausgerechnet: "Bei einem durchschnittlichen Jahresfehlbetrag von 165 000 Euro ist das Eigenkapital von Damflos in zehn Jahren aufgebraucht." Der Durchschnitt der meisten anderen Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Hermeskeil liege bei 24 Jahren.
Im Doppelhaushalt für 2011 und 2012 sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. In die Gestaltung des Friedhofes werden 31 000 Euro investiert, um Platz für 26 neue Grabstellen zu schaffen. Der Damfloser Anteil an der Erweiterung der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt beträgt rund 40 000 Euro. Mehr geht nicht.
Bescheiden ist die Ortsgemeinde auch im nächsten Jahr. Da stehen 6000 Euro für den Kauf von Spielgeräten und 5000 Euro für Planung und Kostenermittlung der Sanierung des Bürgerhauses als größte Posten im Haushalt. "Mehr als sparen können wir nicht", sagt Ortsbürgermeister Wellenberg. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird mit 837 Euro bis Ende 2012 nur leicht gesunken sein. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist der Beitritt zum kommunalen Entschuldungsfonds der Landesregierung. "Viel hilft das nicht, denn es laufen ja immer wieder neue Beträge auf, die gestemmt werden müssen", bedauert der Ortschef.
Auch der Solidarfonds Windenergie, der die Pachteinnahmen aus neuen Windkraftanlagen gerechter unter den Ortsgemeinden verteilen soll, könnte etwas Geld in die leere Kasse bringen. Der kommt aber nur zustande, wenn alle Gemeinden zustimmen. Die Aussicht, selbst Windstromgemeinde zu werden, ist bei Damflos gering. Und für Ratsmitglied Max Düpre ist der Solidarfonds nicht solidarisch genug: "Wir zahlen erst einmal an der Planung von Windparks mit, bevor wir etwas bekommen." Dem entgegnet Wellenberg: "Wenn wir nicht zustimmen, bekommen wir gar nichts und sind auch noch am Scheitern schuld." Mit der Gegenstimme von Düpre stimmte der Rat dem Beitritt zum Solidarpakt zu. doth