Leere Kassen - letzte Hoffnung

Am letzten Ferienwochenende könnte sich noch einmal der Sommer zu Wort melden. An der trüben Besucherbilanz der Freibäder in der Region, die wie zum Beispiel in Kell inzwischen schon ihre Pforten geschlossen haben, wird das nicht viel ändern. Allerdings freuen sich die Hallenbäder im Sommer 2014 über außergewöhnlich großen Andrang.

Hermeskeil/Kell/Trier. Dieser August war der kälteste seit 2006. Diese Prognose von TV-Meteorologe Dominik Jung (Q.met) hat sich bewahrheitet. Im Vergleich zum Zeitraum 1984 bis 2013 sei der Monat sogar um 1,6 Grad zu kalt ausgefallen. Überhaupt war das Wetter in der Freibadsaison 2014 und vor allem während der großen Ferien nur ganz selten sommerlich. Und das verhagelte den Betreibern die Bilanz. Kell am See: Für das Freibad "Hochwald" sind seit 2003 die Werke der Verbandsgemeinde (VG) zuständig. Und das ernüchternde Fazit von Jörg Jost lautet: "Das war bisher absolut das schlechteste Jahr. Es gab nicht mal einen guten Monat, sondern nur ein gutes Wochenende - nämlich an Pfingsten", sagt der VG-Werkleiter. Die Folge: Lediglich 11 000 Besucher kamen vom 31. Mai bis zum 18. August, als die Saison frühzeitig beendet wurde, ins Keller Bad. Im Vergleich zum Vorjahr (21 000) ging die Besucherzahl fast um die Hälfte zurück.Hermeskeil: Nicht viel besser sah es im benachbarten Hermeskeil aus, wo das Bad allerdings bis einschließlich Sonntag, 7. September, geöffnet bleibt. Bisher haben laut VG-Verwaltung 20 500 Besucher die Eingangspforte passiert - das ist etwa ein Drittel weniger als in der Saison 2013 mit insgesamt 30 750 Besuchern. "Die Saison war von Regen und Kälte geprägt und entsprach nicht den Erwartungen", sagt der VG-Beigeordnete Josef Barthen. Auch in Hermeskeil war das heiße Pfingstwochenende, an dem allein über 5000 Gäste gezählt wurden, die positive Ausnahme. Das Hermeskeiler Hallenbad ist im Sommer stets geschlossen. Das Personal wird dann im direkt benachbarten Freibad eingesetzt. Nach Ende der Saison draußen ist in Hermeskeil ab Dienstag, 16. September, wieder Schwimmen unterm Dach möglich. Saarburg: Nicht so negativ wie in Kell ist die Bilanz im Freizeitbad Saarburg. Dort öffnete am 1. September das renovierte Hallenbad wieder. Im Freibad lag die Besucherzahl nach Angaben von Betriebsleiter Dieter Speck bei rund 20 000. "Das ist etwa ein Drittel weniger als im Badejahr 2013."Trier: "Bedingt durch das unbeständige Wetter im Juli und August, insbesondere während der Sommerferien, können die Besucherzahlen des Vorjahres wohl nicht mehr erreicht werden", sagt Ralf Frühauf vom Presseamt der Stadt Trier. Bisher seien im Nordbad rund 45 000 Besucher (2013: 61 261) und im Südbad rund 52 000 Besucher (2013: 94 886 ) registriert worden. "Wir gehen aber davon aus, dass sich das Ergebnis bis zum Saisonende Mitte/Ende September noch verbessert", sagt Frühauf.Die Frage, ob und wenn ja, in welcher Form nach einer mäßigen Saison eine Anpassung der Eintrittspreise erfolgen werde, kann nach Aussage von Frühauf zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Allerdings kann er zwei Gewinner des wechselhaften Wetters benennen: Stadtbad und Sauna hatten im Juli und August zusammen knapp 7000 Besucher mehr als in diesem Zeitraum im Vorjahr. Das ist ein Plus von elf Prozent.Mertesdorf: Bademeister Dietmar Theis prognostiziert mit bislang 40 000 Besuchern auch für das Freibad in Mertesdorf einen Rückgang (2013 insgesamt 62 000), hofft aber auf einen letzten großen Schwung.Schweich: Schwimmmeister Horst Quary verweist darauf, dass in Schweich das Erlebnisbad erst Ende Juli geöffnet wurde und wegen des Umbaus 2012 und auch bis Mitte 2013 geschlossen war. "Wir können deshalb nicht wirklich ein Resümee ziehen. Aber natürlich war die erste Augustwoche in Ordnung, danach ging es mit den Besucherzahlen bergab. Wir sind alle unglücklich über den Sommerverlauf."Leiwen: Im Panoramabad Römische Weinstraße in Leiwen waren nach Angaben von Schwimmmeister Frank Heid bislang 26 000 Personen. Im gesamten Sommer 2013 seien es 43 000 Besucher gewesen. "Der Saisonverlauf bis Ende Juni war sehr gut, sogar besser als 2013. Dann kam aber der Kompletteinbruch ab Mitte August." Letzter Badetag ist in Leiwen voraussichtlich am Sonntag, 7. September.Kordel: Wenig Positives ist auch aus dem Kylltalbad in Kordel zu hören. Von einer Halbierung der Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr ist da die Rede. Der jetzige Besucherstand 2014 liege bei 15 600 Badegästen, 2013 seien es knapp 30 000 Besucher gewesen. Dennoch wird das Waldbad frühestens in der zweiten Septemberwoche geschlossen. Letztlich wird das vom Wetter und den Besucherzahlen abhängen.