Leeres Holzlager in der Ex-Kaserne

Hermeskeil · Neues aus der früheren Hochwaldkaserne: Nach nur einem Jahr hat die im Dachdecker-Großhandel tätige Firma DEG Hermeskeil verlassen und ihr Holzlager wieder zurück nach Trier-Kenn verlegt. Unabhängig davon wollen die privaten Besitzer die frühere Garnison nach wie vor in einen Energiepark umwandeln und planen auf dem Gelände den Bau einer fünf Millionen Euro teuren Freiland-Solaranlage.

Hermeskeil. Die große, offene Halle steht noch. Doch die Regalsysteme sind schon alle weg. So sieht es seit einigen Tagen auf einer großen asphaltierten Fläche im hinteren Bereich der früheren Hochwaldkaserne aus.
Genau dort war erst im Herbst 2012 neues Leben eingezogen. Der Trierer Dachdecker-Großhandel DEG hatte in Hermeskeil eine Außenstelle eingerichtet, das Gelände der Ex-Garnison als Holzlager genutzt und in einem Gebäude Büros untergebracht. Besitzer des früheren Militär-Areals ist die private Immobiliengesellschaft Viresca (Treis-Karden, Kreis Cochem-Zell), die dem Bund im Frühjahr 2011 die Kaserne nach dem spektakulären Scheitern des Tourismusprojekts Dorf Hochwald abgekauft hatte.
Die Ansiedlung von DEG war vor einem Jahr eine Erfolgsmeldung. Denn damit hatte Viresca die erste größere Firma als neuen Mieter an Land gezogen.
Doch jetzt ist der Dachdecker-Großhändler schon wieder raus aus der Kaserne und hat Hermeskeil den Rücken gekehrt. Im Zweckverband Konversion - dem politischen Gremium, das sich seit 2006 mit der zivilen Nachnutzung der Ex-Garnison beschäftigt, mutmaßte Vorsteher Michael Hülpes, dass "möglicherweise die klimatischen Verhältnisse hier für die Lagerung von Holz nicht geeignet sind" und dies ein Grund für den Abzug von DEG gewesen sein könnte. Diese Aussage des Hermeskeiler Verbandsgemeinde-Bürgermeisters kommentiert Andreas Klose, Leiter der DEG-Niederlassung Trier, auf TV-Anfrage nicht. "Es war eine unternehmerische Entscheidung, zu der ich micht nicht weiter äußern werde."
Zurück nach Trier


Da das Holzlager aber nach Kenn zurückgekehrt und "damit alles wieder an einem Standort konzentriert ist, sind wir schneller geworden", sagt Klose. In Hermeskeil waren nach seiner Auskunft neun Mitarbeiter beschäftigt.
Ein Sprecher von Viresca bestätigt auf TV-Anfrage, dass die DEG als Mieter gekündigt habe. Er betont aber auch: "Wir sind weiter am Entwickeln und haben die Zahl der Mieter insgesamt erhöht." Vor einem Jahr hatte Viresca-Geschäftsführer Harald Spang von 90 Mietern und 60 Arbeitsplätzen gesprochen. Heute seien es bei einer etwa gleichen Zahl an Beschäftigten rund 120 Mieter, so der Viresca-Sprecher.
Neben einigen größeren gewerblichen Mietern - zum Beispiel einer Catering-Firma oder einem Geschäft für Pferde-Fachhandel - nutzen auch Privatleute die frühere Garnison. Beispielsweise haben im Bereich der früheren Hallen Wohnmobilisten ihre Gefährte dauerhaft abgstellt. Eine Musikband hat an der Kaserne ihre Proberäume. Hinzu kommt, dass mehrere Busfirmen - etwa die RMV - in der Ex-Garnison ihr Busdepot untergebracht haben. Für die Umwandlung eines Unterkunftsgebäudes in ein Hotel gebe es noch keine konkreten Interessenten, sagt der Viresca-Sprecher weiter.
Nach wie vor will die Immobiliengesellschaft die Ex-Kaserne in ein Zukunftsenergiezentrum umwandeln und Firmen aus dieser Branche - etwa Windkraft oder Biogas - ansiedeln. Wichtigstes Projekt bleibt der Bau einer fünf Millionen Euro teuren Freiland-Solaranlage. Dafür ist zurzeit im Planverfahren ein Artenschutzgutachten in Arbeit. Spang betont auf TV-Anfrage, dass Viresca an diesem Vorhaben festhält und es im Jahr 2014 umsetzen will.Extra

Die Mitglieder des Zweckverbands Konversion haben die Nachricht vom Abzug der Firma DEG aus der Kaserne nicht weiter bewertet. Der Reinsfelder Ortschef Rainer Spies zieht aber mit Blick auf das Ergebnis, das das Gremium erzielt hat, ein ernüchterndes Fazit: "Außer Spesen nichts gewesen!", sagt der SPD-Politiker. Hülpes hält dem entgegen, dass die Übernahme der 38 Hektar großen Kaserne durch einen Privatbesitzer der öffentlichen Hand "einiges erspart hat". Wenn sich der Zweckverband als Eigentümer selbst um die Nachnutzung der Kaserne hätte kümmern müssen und das Gelände wie ein Gewerbegebiet erschließen müsste, wären hohe Kosten angefallen. Hülpes weist darauf hin, dass allein der laufende Unterhalt der Kaserne rund 300 000 Euro pro Jahr verschlingt. "Hätten wir auch noch einen Geschäftsführer eingestellt, wären noch mal 100 000 Euro pro Jahr dazugekommen", so Hülpes.ax