Lehrer aus Leidenschaft

Studiendirektor Peter Grasmück unterrichtet seit 31 Jahren Naturwissenschaften am Gymnasium Saarburg. Dabei engagiert er sich in vielfältiger Weise und weit über das normale Maß hinaus. Sein Beruf ist für ihn sein Lebensinhalt geworden.

Saarburg. "Bei dem macht selbst der trockenste Stoff Spaß", sagt eine 17-Jährige auf dem Schulhof. Dabei wollte Peter Grasmück eigentlich Politiker werden.

Der Studiendirektor, seit 31 Jahren "Pauker" am Gymnasium Saarburg, ist ein durch und durch politischer Mensch.

Nach Führungspositionen in der politischen Jugendorganisation "einer großen Partei" zog es ihn dann aber doch in einen krisenfesten Beruf. Obwohl seine Neigungen eher im geisteswissenschaftlichen Bereich lagen, studierte er Mathematik, Biologie und Chemie, das habe für ihn als Landwirtssohn etwas eher Handfestes und Praktisches gehabt.

Der gebürtige Saarländer wollte danach auch nicht in die Welt hinaus, sondern entschied sich bewusst für Saarburg. Privat sesshaft ist er in Taben geworden, die dörflichen Strukturen und die grüne Landschaft behagen ihm sehr, der leidenschaftliche Mountainbiker findet hier seine Ruhe. Seinem Beruf als Lehrer geht er seitdem mit Leidenschaft nach, beim Gespräch mit dem TV funkeln seine Augen, wenn er von "seinen" Schülern und "seiner" Schule erzählt.

Ein einzigartiges Berufsorientierungsprogramm hat er aufgebaut, in einer umfangreichen und übersichtlichen Internet-Datei können sich die Schüler schnell einen Überblick über aktuelle Berufsangebote verschaffen und werden über Links auf externe Seiten gelenkt.

Viel lieber berät Grasmück aber persönlich, der Kontakt ist ihm wichtig. Moderne Technik kommt bei ihm auch im Unterricht zum Einsatz, über sogenannte "Whiteboards", die im Gymnasium Saarburg die üblichen Schultafeln mehr und mehr ersetzen, kann er interaktiv kommunizieren. Dabei sieht er den überhand nehmenden Internet-Konsum vieler Jugendlicher sehr skeptisch: "Gut, wenn die Eltern das im Auge behalten und die Kinder sich nicht im Netz verlieren."

Bildungspolitik ist eines seiner Lieblingsthemen



Bildungspolitik ist eines seiner Lieblingsthemen: "Dadurch, dass die Länder die Bildungshoheit haben, geht es zu sehr um Prestige, zu viele kochen da ihr eigenes Süppchen", kritisiert er.

Bei einem Jahresetat von nur 600 Euro für den Chemieunterricht an seiner Schule ärgert ihn vor allem die immense Geldverschwendung. "Warum muss jedes größere Dorf eine eigene Uni haben, wenn man da zentralisieren würde, könnte eine Menge Geld gespart werden", sagt Peter Grasmück. Und überhaupt ist ihm das heutige Studium viel zu sehr verschult: "Da geht die Kreativität flöten, wenn die Studenten nur noch unter Zeit- und Leistungsdruck stehen".

Dasselbe gelte allerdings auch für den Schulalltag, Grasmück hat daher allerbeste Erfahrungen mit freiwilligen Angeboten wie Arbeitsgemeinschaften oder dem Wettbewerb "Jugend forscht" gemacht, das präge seine Schüler manchmal für ihr ganzes Leben. Generationen von Schülern verdanken ihm so einiges, schulpsychologische Beratung macht der Pädagoge nämlich auch noch, quasi nebenher.

Schmunzelnd erzählt er: "Manches Problem löse ich auf dem kleinen Dienstweg, beim Kaffee in meinem Garten."

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