Lena Weber (SPD) ist neue Stadtbürgermeisterin in Hermeskeil

Stadtbürgermeisterwahl Hermeskeil : Lena Weber gelingt in Hermeskeil der große Coup

Die SPD-Kandidatin wird mit 54,6 Prozent der Stimmen Hermeskeiler Stadtbürgermeisterin und entscheidet ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit CDU-Mann Willi Auler für sich.

Die Freudentränen fließen bei Lena Weber. Die Schar der Gratulanten im großen Sitzungssaal des Hermeskeiler Rathauses reißt minutenlang nicht ab. Um 20.45 Uhr am Sonntagabend steht fest, dass die Hermeskeiler sich für eine deutliche Veränderung an der Stadtspitze entschieden und die 28-jährige SPD-Kandidatin zur neuen Stadtbürgermeisterin gewählt haben. „Ich bin absolut überwältigt. Wir haben den Wechsel gefordert – und der Wechsel ist jetzt da“, freut sich die neue Stadtchefin.

Von 2698 gültigen Wählerstimmen hat Weber 1411 erhalten, das entspricht einem Anteil von 54,6 Prozent. Ihr Konkurrent von der CDU, der bisherige erste Beigeordnete der Stadt, Willi Auler, kommt auf 45,4 Prozent der Wählerstimmen.

Doch so klar wie das Ergebnis am Ende ausgefallen ist, sieht es lange Zeit nicht aus. Gebannt verfolgen um die 100 Zuschauer die Anzeige der Wahlergebnisse, die nach und nach aus den sechs Wahlbezirken eintrudeln und auf einer großen Leinwand angezeigt werden. Nach dem ersten Ergebnis aus Höfchen schaut Auler zum ersten Mal an diesem Abend ungläubig in Richtung seiner Anhänger. 60,7 Prozent erreicht dort die SPD-Kandidatin. Nach dem zweiten ausgezählten Bezirk liegen beide Kopf-an-Kopf, das Blatt wendet sich ein wenig zugunsten des 68-jährigen Christdemokraten. Er liegt knapp vorne. Nach Bezirk Nummer drei hat Weber einen Vorsprung und liegt bei 50,2 Prozent – nur fünf Stimmen insgesamt hat sie mehr erzielt bis dahin. „Das wird ein enges Match“, schätzt der ehemalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil, Michael Hülpes, der zu den Zuschauern zählt.

In den nächsten Stimmbezirken haben dann deutlich mehr Wähler ihr Kreuz bei Lena Weber gemacht. Erster Jubel ihrer Anhänger brandet auf, als die 28-Jährige nach dem fünften von sechs Bezirken (Berufsschule) mit 53,2 Prozent führt. Ein Raunen geht durch die Menge, denn viele wissen: Das ist für Auler nicht mehr aufzuholen. Und so kommt es auch, als die letzten Ergebnisse aus dem Mehrgenerationenhaus auf der Leinwand erscheinen.

Zu den ersten Gratulanten der neuen Stadtbürgermeisterin zählt René Treitz, bisheriger SPD-Fraktionsvorsitzender im Hermeskeiler Stadtrat. „Das ist überragend“, sagt er. Die Wähler hätten die Botschaft, dass es nach der Amtszeit des bisherigen CDU-Stadtchefs Mathias Queck zu einem Wechsel habe kommen müssen, gehört. „Wir hatten eine junge, dynamische Kandidatin, die von den Bürgern großes Vertrauen erhalten hat.“ Jetzt komme es auf das Stadtratsergebnis an, ob man der neuen Stadtbürgermeisterin dort auch den Rücken stärken könne.

Dazu sagt Lena Weber: „Ich freue mich auf die nächsten fünf Jahre und bin gespannt, was wir mit der neuen Truppe im Stadtrat erreichen können. Wir wollen jetzt Gas geben, damit Hermeskeil aus dem Dornröschenschlaf erwacht.“

Willi Auler erweist sich als fairer Verlierer und nimmt die Siegerin kurz in den Arm. „Sie ist sehr engagiert, die Stadt ist auch bei ihr in guten Händen“, sagt er. Und zu seinem eigenen Abschneiden fügt er hinzu: „Ich bin schon ein wenig enttäuscht. Ich habe wirklich alle Haustüren abgeklappert im Wahlkampf. Aber jetzt habe ich eben wieder mehr Zeit für meine Familie.“

Bürgermeisterwahl Hermeskeil. Foto: TV-Grafik/Tv-Grafik

Die Wahlbeteiligung bei der Stadtbürgermeisterwahl liegt bei 58,7 Prozent.