Lernen bei Reifenquietschen

SCHWEICH. Wie lange dauert es, bis ein Auto zum Stehen kommt? Wie schnalle ich mich richtig an? Antworten auf diese und andere Fragen erhielten Fünftklässler der Stefan-Andres-Schule in Schweich bei einem spannenden und praxisnahen Verkehrssicherheitstraining des ADAC.

Achtung, Auto! Diesen (elterlichen) Warnruf hat der ADAC zum Titel einer Verkehrssicherheits-Initiative gemacht, die sich an Schüler der fünften Klassen richtet und kostenlos allen interessierten Schulen im Bundesgebiet angeboten wird. Zum wiederholten Mal nahm die Schweicher Stefan-Andres-Schule daran teil, und zwar auf Initiative der Klassenlehrerin Ute Linn, die sagt: "Ich finde es wichtig, dass den Schülern vor Augen geführt wird, wie sich Autos verhalten, zum Beispiel beim Bremsen auf nasser Fahrbahn. So lernen sie, deren Bewegungen besser einzuschätzen." Tatsächlich erleben die Kinder der vier fünften Klassen einige Überraschungen. Auf dem abgesperrten Schwimmbadparkplatz werden sie von der speziell geschulten ADAC-Moderatorin Sandra Velten gleich mit einem Spiel empfangen. Aus vollem Lauf sollen sie an einer vorgegebenen Stelle stoppen. "Aber das klappt gar nicht, man macht immer noch ein paar Schritte mehr", stellt Anke Schmitt erstaunt fest. Noch länger ist ihr "Bremsweg" als sie an einem bestimmten Punkt auf ein Zeichen hin anhalten soll. Dieser Versuch wird anschließend auf das Auto übertragen. Mit Pylonen markieren die Schülerinnen und Schüler, wo ihrer Einschätzung nach Sandra Veltens Fahrzeug aus einer vorgegebenen Geschwindigkeit heraus zum Stehen kommt. "Da habe ich mich aber völlig vertan. Das Auto ist ja richtig vorbeigeschlittert", ruft Lisa Stockreiser überrascht. Noch eindrucksvoller wird der Effekt, als die Schweicher Feuerwehr für eine nasse Fahrbahn sorgt. Sandra Velten lässt die Kinder ihre Eindrücke reflektieren und verdichtet sie zu einer greifbaren Formel: Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg. "Das kann man sich gut merken. Ich bin bestimmt demnächst vorsichtiger, wenn ich über die Straße gehe", meint Tim Karrenbauer. Doch noch ist das Training nicht vorbei. Ordnungsgemäß anschnallen steht auf dem Programm. Die Kinder unter 1,50 Meter Körpergröße müssen im Testfahrzeug auf der Sitzerhöhung Platz nehmen, die Größeren werden mit dem Gurt gesichert. Und dann startet Sandra Velten durch, um mit quietschenden Reifen eine Vollbremsung hinzulegen. "Wie Achterbahnfahren", prustet Saskia Hoffmann. "Der Gurt hat mich gut gehalten, und dass man ihn vorher nochmal stramm ziehen soll weiß ich jetzt auch", sagt Jennifer Koch. Spaß hat es ihnen allen gemacht und: "Es ist viel hängen geblieben", bilanziert Lehrerin Sabrina Sprengard, deren Klasse schon am Vortag dran war und ihre Erfahrungen mit den mitgelieferten Unterrichtsmaterialien aufgearbeitet hat. Schulen, die Interesse am ADAC-Verkehrssicherheits-Programm haben, können sich unter Telefon 0261/130315 informieren.

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