Lernen, das Leben zu meistern

HERMESKEIL. (jp) Sieben Pädagogen der Erich-Kästner-Realschule Hermeskeil haben sich einem Training unterzogen, um das Programm "Lions-Quest" zu erlernen und damit junge Menschen vor Gefahren wie Drogenkonsum und Gewalt zu bewahren.

"In einem speziellen Training wurden Inhalte, Ziele und Methoden vermittelt. Mittlerweile läuft das Programm in vielen Schulen sehr erfolgreich", erläutert Schulleiter Hans-Joachim Gärtner. "Es wendet sich an zehn- bis fünfzehnjährige Schülerinnen und Schüler." Die Finanzierung des erforderlichen Unterrichtsmaterials für das Programm hat der Lionsclub Hochwald-Hermeskeil übernommen. Der Realschulrektor ergänzt: "Fachwissen allein reicht heute nicht mehr aus. Das haben viele Lehrkräfte erkannt. Darum wollen sie, dass ihre Schüler verstärkt soziale Kompetenzen erwerben und damit für das Leben lernen." Die Pädagogen wollen ihren Schülern über das Programm "Lions-Quest" beibringen, ihr Leben "verantwortlich und selbstständig" in die Hand zu nehmen. Im Unterricht behandeln die Lehrer deshalb Themen, die die Schüler interessieren und bewegen, und sie suchen zusammen mit den Schülern nach Antworten auf wichtige Fragen. "Im Mittelpunkt stehen Toleranz und Achtung anderen Menschen gegenüber", betont Gärtner. "Diese Art der Arbeit im Unterricht soll eine Orientierung ermöglichen." Verantwortung übernehmen, Engagement zeigen für sich und andere - das wollen die Pädagogen vermitteln. "Die Jugendlichen sollen lernen, ihre Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse zu artikulieren. Sie lernen die Regeln sozialen Zusammenlebens kennen und eigenverantwortliche Lösungsmuster für Konflikte zu entwickeln", sagt Realschulrektor Gärtner.Abbau von Aggressionen

Das neue Programm soll konkrete Ergebnisse liefern: In der Schule selbst werden eine höhere Lernbereitschaft mit steigenden Leistungen, ein positives Gruppenverhalten und der Abbau von Aggressionen erwartet. Ein weiteres Ziel sei es, die Schüler so zu erziehen, dass sie "weltoffen, aufgeschlossen, zielstrebig und motiviert, teamfähig und kommunikativ" werden. Selbstvertrauen und auch das Vertrauen in Andere, auf diese Weise geschult, sollen als Grundlagen für die Entwicklung zu einer eigenen Persönlichkeit, einen erfolgreichen Wechsel in den Beruf und die "Welt der Erwachsenen" ermöglichen. "Soziale Kompetenz vermindert die Jugendkriminalität, Gewaltbereitschaft und den Missbrauch von Suchtmitteln", sagt Gärtner. "Soziales Verhalten kann man allerdings nicht allein lernen, sondern nur durch Erfahrungen im Umgang mit anderen."