Lernen im Container

Hentern/Lampaden · Umstritten wie die gesamte Schullandschaft der Verbandsgemeinde Kell bleibt der übrig gebliebene Standort der Grundschule Hentern, zu dem bis zum vergangenen Schuljahr auch Lampaden gehörte. Im dortigen Schulhaus ist der Brandschutz nicht gewährleistet. Eine Interimslösung soll die mobile Lerneinheit auf dem Schulhof sein, in die nun zehn Abc-Schützen eingezogen sind. Drei von ihnen kommen aus Lampaden.

Lernen im Container
Foto: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"

Hentern/Lampaden. Mit Liedern werden die neuen Erstklässler von den älteren Schülern in der Grundschule Hentern empfangen. Doch etwas ist anders. Nicht ins Schulgebäude, sondern in einen Container ziehen die zehn Schüler aus Lampaden, Hentern, Baldringen und Paschel ein. Das mobile Klassenzimmer ist auf dem Schulhof aufgestellt worden.
Vorausgegangen war ein engagierter Kampf der Eltern und Lehrer für den Erhalt des zweiten Schulstandortes in Lampaden, dessen Schulhaus dem heute geforderten Brandschutz nicht gerecht wird (der TV berichtete mehrfach). So ganz glücklich ist der Henterner Ortsbürgermeister Michael Marx mit der Lösung nicht: "Wir hätten den Container lieber neben der Schule gehabt. So engt er den Schulhof stark ein."
Jetzt werden in Hentern 48 Schüler von vier Lehrern unterrichtet. Eine von ihnen ist die neue Schulleiterin Kristina Müller-Freischmitt. Sie sagt: "Die Entscheidung ist gefallen. Der Container steht, und er ist doch innen tip-top sauber." Die Unterrichtsqualität werde darunter bestimmt nicht leiden. Die neue Schulchefin sieht sogar einen positiven Aspekt: "Jetzt kann sich an einem Standort eine Schulgemeinschaft bilden. Das tut den Kindern gut."
Klassenlehrer der Schulneulinge wird ihr Stellvertreter Karl-Heinz Marx. Er vergleicht für die Kinder die Schule mit einem Zug: "Ich bin der Lokführer und die Waggons sind die Schulfächer." Langweilig werde der Unterricht in den nächsten vier Jahren auch im Container nicht.
Drei Kinder kommen aus Lampaden. Sarah Hutmacher, Mutter von Alisha, bedauert die Schließung des Dorfschulhauses: "Unsere Kinder konnten zu Fuß in die Schule gehen. Und hier fahren im Winter womöglich gar keine Busse nach Hentern."
Vehement hatte sich der Lampadener Ortsbürgermeister, Schulelternsprecher und Vater des kleinen Aaron, Martin Marx, für sein Schulhaus eingesetzt: "Es fehlt einfach die Vernunft, auch das Lampadener Schulgebäude zu nutzen." Es sei eine Entscheidung gegen den Willen von Eltern und Lehrern gefallen. Viele Eltern und Bürger hätten sich bereiterklärt, bei der Sanierung während der Schulferien zu helfen.
Den Container sieht Marx als die teurere Lösung an, weil niemand weiß, wie lange er genutzt werden muss. Außerdem könne in Hentern kein Essen ausgegeben werden, denn dafür stehen keine Räume zur Verfügung.
Extra

Lernen im Container
Foto: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"

Am 21. September will die Verbandsgemeinde Kell Lehrer und Eltern um 19 Uhr in der Manderner Siebenbornhalle über das neue Grundschulgesamtkonzept informieren. Bislang sind die Standorte, beispielsweise Zerf, noch umstritten. Lampadens Ortsbürgermeister Martin Marx hofft, auch im Namen der Eltern, an diesem Abend zu Wort zu kommen. doth

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