Lesen, lauschen, lachen beim Saar-Hunsrück-Literatur- und Musikfestival

Lesen, lauschen, lachen beim Saar-Hunsrück-Literatur- und Musikfestival

Für das vierte Saar-Hunsrück-Literatur- und Musikfestival am Wochenende vom 24./25. September haben die Organisatoren ihr Konzept überarbeitet. Der Samstag richtet sich an Autoren, am Sonntag gibt es Lesungen und einen Auftritt des Wiener Comedian Niko Formanek in der Kulturgießerei.

Saarburg. Das große Vorbild für das Saar-Hunsrück-Literatur- und Musikfestival des Vereins Literatur-on-Tour ist das Eifel-Literatur-Festival. Seit mehr als 20 Jahren organisiert Josef Zierden Lesungen namhafter Autoren zwischen Gerolstein, Daun, Wittlich, Bitburg und Prüm. Neben Dauergast Pater Anselm Grün sind dort in diesem Jahr beispielsweise noch der Alpenkrimi-Autor Jörg Maurer sowie die Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen zu Gast.

Im Gegensatz hierzu habe das Saar-Hunsrück-Literaturfestival - so der Vorsitzende des Vereins Literatur-on-Tour Saar-Hunsrück, Tim Kohley - in der Vergangenheit auf ein kompaktes Wochenende mit Literatur und Unterhaltung gesetzt. Nach dem Auftakt auf der Grimburg vor vier Jahren waren die Veranstalter 2014 erst auf die Saarburg und im vergangenen Jahr in die Kulturgießerei der Stadt umgezogen.

2015 waren neben zahlreichen regionalen Autoren der Journalist Günther Wallraff sowie die Erfolgsautorin Tanja Kinkel zu Gast in dem Kulturdenkmal. Dieses Jahr haben sich die Organisatoren wieder für die Kulturgießerei in Saarburg als Veranstaltungsort entschieden. Doch das Programm wurde überarbeitet: Am Samstag, 24. September, treffen sich ab 13 Uhr Schriftsteller der Region zu einer Autorenkonferenz. Anschließend gibt es einen etwa dreistündigen Workshop für Schriftsteller und solche, die es werden wollen. "Damit greifen wir einen Wunsch auf, der immer wieder an uns herangetragen wurde", sagt Kohley.

Der Sonntag, 25. September, startet mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Gießhalle (10 Uhr). Ab 11 Uhr spielt das Ellington Trier Jazz und Swing. Um 16.30 Uhr liest Michaela Knospe aus ihrem unter dem Pseudonym Beatrix Lohmann veröffentlichten Buch Satansbraten. Satirisch wird es schließlich um 17.30 Uhr, wenn der Hochwälder Krimiautor Hans-Peter Lorang sein Buch "natürlich & menschlich" präsentiert.Zweiter Festivaltag mit Humor


Der zweite Festivaltag endet mit dem Auftritt des Comedian Niko Formanek (18 Uhr). Kohley wirbt: "Der sympathische Wiener erzählt über die letzten Jahrzehnte im Kreise seiner Familie, der lustigsten Epoche seines Lebens. Er spricht schonungslos und offen über die lächerlichen Peinlichkeiten des Alltags." Anette Barth, Geschäftsführerin der Kulturgießerei, freut sich über die Zusage Kohleys auch künftig nach Saarburg in das Kulturdenkmal zu kommen. Denn eines sei - sagt Kohley - sicher: "Es wird weitere Veränderungen für das Festival geben. So werden wir künftig beispielsweise die Lesungen auf mehrere Termine verteilen und auch in Trier mit unseren Veranstaltungen zu Gast sein." Mehr will der Vorsitzende des Vereins Literatur-on-Tour dazu allerdings noch nicht verraten. "Das neue Konzept muss erst noch mit dem Vorstand, der Anfang September gewählt wird, abgestimmt werden."Meinung

Es kommt auf einen Versuch an
Das Saar-Hunsrück-Literatur- und Musikfestival ist seit seiner Gründung ein wichtiger Treff für die regionale Autorenszene. Die Schriftsteller haben hier die Möglichkeit, sich einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren und sich untereinander auszutauschen. Allerdings gab es ein großes Manko: Namhafte Autoren lockten Zuhörer an, aber zu viele saßen vor fast leeren Stühlen, wenn sie über ihre Werke sprachen. Da ist es nur konsequent, dass sich die Festivalorganisatoren Gedanken über ihr Konzept gemacht haben. Zu begrüßen ist, dass sie für die Autoren jetzt eine eigene Plattform einrichten, damit diese sich nicht nur am Rande der Veranstaltung treffen können, sondern den notwendigen Raum haben, Entwicklungen zu diskutieren und um in einem Workshop ihre Federn zu spitzen. Im Auge behalten muss man die Überlegungen, das Saar-Hunsrück-Festival auf eine Vielzahl von Terminen an verschiedenen Orten zu splitten. Dadurch könnte die Veranstaltung einen Teil ihres Charmes verlieren. Es könnte aber auch der Schlüssel dafür sein, regionale Autoren bekannter zu machen. Es kommt auf einen Versuch an, der glücken könnte, wenn ihn Publikum und regionale Literaturszene annehmen. saarburg@volksfreund.de

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