Leserbrief: Das Krankenhaus Saarburg war nicht aufnahmebereit

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Infrastruktur

Zum Bericht „Der neue Partner wartet auf ein Ja“ (TV vom 13. Mai)

Die Kreisverwaltung mit Landrat Günther Schartz legt wieder einmal die finanziellen Probleme des Kreiskrankenhauses in Saarburg dar. Dass ein Systemfehler bezüglich der kleineren Krankenhäuser existiert, ist unwidersprochen, wird aber von der Bundespolitik nicht angegangen. Die Hauptsündenböcke – wie die Hausärzte – hat man schnell gefunden. Nicht erwähnt wird, dass 2018 das Krankenhaus erhebliche organisatorische und auch Qualitätsmängel aufwies, die die Belegung negativ beeinflussten.

Oft genug, im Frühjahr fast täglich, war das Krankenhaus abgemeldet und nicht aufnahmebereit. In der Praxis wurden wir von unseren Patienten auf die Mängel des Hauses angesprochen, was die Bereitschaft der Patienten, sich in diesem Haus behandeln zu lassen, nicht förderte. Wir hatten damals unsere Probleme mit dem Haus mit der Leitung kommuniziert – ohne Resonanz.

Auch die insuffiziente Geschäftsleitung, die noch vor Wochen als Erfolg gefeiert wurde, hatte ihren Anteil an dieser Misere. Dieses immense Defizit von mehr als 5,9 Millionen Euro größtenteils den Hausärzten in die Schuhe zu schieben, ist schlicht unredlich und fördert nicht die viel beschworene Zusammenarbeit.

Rudolf Stetter, Allgemeinarzt in Saarburg

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