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Tote Kühe, sexy Helme, Müll im Auto

Gesellschaft

Zu den Berichten „Müll vom Straßenrand lässt Kühe qualvoll sterben“ (TV vom 21./23. März) und „Wie der Fahrradhelm sexy werden soll“ (TV vom 23. März):

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Es soll weder spießig wirken, noch bin ich wirklich ein Freund von Verboten und Strafen. Aber als mit einem gesunden Realitätssinn durchs Leben gehender Mensch erlebe ich viele meiner Mitmenschen zunehmend als egoistisch und bequem oder, um die Vermutung von Autorin Marion Maier aufzugreifen, einfach als gedankenlos. Ich gebe zu: In meinem Auto sammelt sich hier und da Müll an. Bananenschalen werfe ich genauso wenig aus dem Fenster wie sonstigen Müll. Erstgenannte reisen den ganzen Weg bis nach Hause, um auf dem eigenen Kompost ihren wertvollen Job zu tun. Der Rest wird zu Hause getrennt entsorgt.

Wer Radfahren will, muss einen Helm aufziehen. Wer Müll in der Natur „entsorgt“, sollte wie in Singapur mit drastischem Bußgeld rechnen müssen. Manche Dinge müssen einfach per Gesetz geregelt werden – zum Schutz von Natur und Tieren und als Schutz vor der eigenen Eitelkeit. Wer auf den Helm beim Radfahren verzichtet, riskiert fahrlässig sein Leben, basta. Wenn diese Werbeaktion nur einen Menschen dazu bringt, künftig mit Helm Rad zu fahren, fress’ ich mein Zahlenschloss.

Ich finde einen Kopf mit Helm genauso wenig uncool wie ich jemanden mit einer Zigarette in der Hand oder im Mund als cool empfinde. Aber ich gebe zu: Auch ich bin – gedankenlos – die letzte Zeit ohne Helm mit dem Fahrrad unterwegs gewesen – zum letzten Mal, Ehrenwort!

Manfred Rosar, Ralingen