Leserbrief zu Freudenburg: Bedenkliche Art der Entscheidungsfindung

Ihre Meinung : Bedenkliche Art der Entscheidungsfindung im Freudenburger Rat

Dorfentwicklung

Zum Artikel „Rat stoppt Baugebietsplanung“ (TV vom 1. Oktober):

Die Initiative für das Baugebiet Dorfwiese begann, nachdem das Ergebnis der Studie „Entwicklungsmöglichkeiten für neues Bauland in Freudenburg“ im Gemeinderat vorgestellt wurde. Die Dorfwiese war der Studie zufolge die Fläche, die sich am besten eignete. Auch deshalb, weil sich die Fläche fast vollständig in Gemeindebesitz befindet und die Versorgungsleitungen bereits weitestgehend verlegt sind.

Mit dieser kostengünstigen Erschließung wäre ein bezahlbares Baulandangebot verbunden gewesen. Bis zum Herbst/Winter 2018 hatte das relativ wenige im Ort interessiert. Als die ersten Planentwürfe in einer Einwohnerfragestunde vorgestellt wurden, traten Gegner in den Vordergrund, von denen einige in unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Baugebiet wohnen.

Es wurde argumentiert, dass die Nähe zur Burg deren Ansicht schaden würde, dass die „grüne Lunge“ von Freudenburg wegfalle(!) und dass der Festplatz wegfallen soll. Stellungnahmen der Denkmalpflege und des Naturschutzes attestieren jedoch keine Bedenken gegen das Baugebiet. Der Erhalt des Festplatzes stand nie infrage, lediglich zwei Bauplätze waren dort vorgesehen, auf die man hätte verzichten können.

Entgegen der Aussage im Zeitungsartikel, dass die SPD-Fraktion im Dezember 2018 den Antrag zum Stopp des Baugebiets stellte, ist richtig, dass ein Mitglied der Fraktion diesen Antrag stellte. Von neun SPD-Fraktionsmitgliedern entschieden sich nur zwei für den Stopp. Die 350 Unterschriften gegen das Baugebiet Dorfwiese waren nicht nur von Bürgern aus Freudenburg. So wurde bei Veranstaltungen auf dem Sportplatz und im Ducsaal für Unterschriften geworben. Unter anderen wurden Unterzeichner aus Nordrhein-Westfalen und dem Saarland rekrutiert. Außerdem gibt es zahlreiche Freudenburger, die nicht gegen das Baugebiet waren.

Es ist schade, dass man ohne plausiblen Grund auf diese Option, dringend benötigte Bauplätze zu schaffen, nur aufgrund neuer Mehrheiten im Rat verzichtet hat – vor allem, dass man nicht einmal das Ergebnis des Fledermausgutachtens, das sich allerdings nur auf eine Erweiterungsfläche mit fünf Bauplätzen bezieht, abwarten konnte. Wenn Mehrheitsentscheidungen von gewählten Gremien nach Wahlen nichts mehr wert sind und denen Gehör geschenkt wird, die am lautesten schreien, ist dies zumindest bedenklich!

Guido Rach, Freudenburg

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