Letzter Schliff für Profis

KONZ. Es war anfangs die wagemutige Initiative eines passionierten Pianisten und Klavierpädagogen. Mittlerweile hat sich die 1994 von Paul Trein gegründete "Sommerakademie für Klavier und Kammermusik" im Kloster Karthaus längst etabliert.

Die Idee war so ungewöhnlich wie der Name des Trägervereins. Ein "Vogel als Prophet" organisiert eine internationale Sommerakademie - und das in der Stadt Konz, deren internationale Beziehungen eher unspektakulär sind. Auch die Tatsache, dass sich der Verein nach einem Klavierstück von Robert Schumann benannte, ist geeignet, dem Projekt noch einen skurril-elitären Akzent mitzugeben. Aber das Konzept einer Kombination von Musikpädagogik und Konzertangebot hat sich bewährt. Die Konzer "Sommerakademie für Klavier und Kammermusik" findet jetzt schon zum 14. Mal statt - vom 6. bis zum 16. Juli. Paul Trein, Initiator, Leiter und Dozent in einer Person, versammelt diesmal elf junge Pianistinnen und Pianisten um sich, dazu zwei Sängerinnen. Sie kommen aus Griechenland, Venezuela, Kroatien, Korea, Argentinien, Italien, USA, Brasilien, Georgien, Russland und Deutschland - eine pianistische Globalisierung, wie sie sonst in der Region nur selten stattfindet. Anfänger sind kaum darunter. Wer nach Konz zur Sommerakademie reist, ist in der Regel Profi mit solider Ausbildung, will seinem Klavierspiel den letzten Schliff geben und vor allem Konzerterfahrung sammeln. Musik perfekt im stillen Kämmerlein zu spielen ist ebenso risikolos wie unbefriedigend. Umgekehrt verspricht der öffentliche Auftritt zwar Zuhörer, bedarf aber oft genug eigener Strategien und ist manchmal reine Nervensache. Das lässt sich im Festsaal Karthaus vor einem freundschaftlichen und zugleich fachkundigen Publikum bestens trainieren. Vier Konzerte stehen in diesem Jahr an - für Klavier zu zwei und zu vier Händen und sogar eine Veranstaltung mit Orchester. Die Programme setzen nicht so sehr auf virtuose Höhepunkte, sondern auf Vielfalt - von Bach bis zum Impressionismus, von Beethovens strenger Klaviersonate op. 90 bis hin zu Modest Mussorgskis farbigen (und technisch schwierigen) "Bildern einer Ausstellung". Jedenfalls ein breites Spektrum. Informationen: Marita Souville, Kulturbüro Konz Telefon (06501) 83197, www.piano-academy.de