"Lieber einen Baum zu viel fällen": Die Situation im Hochwald

Kell/Hermeskeil · Nach dem tödlichen Unfall in Trier im November 2012 stellt sich auch im Hochwald die Frage: Wie überwachen die Gemeinden den Zustand der Bäume auf öffentlichem Gelände? Der TV hat nachgefragt.

Kell/Hermeskeil. In der Verbandsgemeinde Kell mit ihren 13 Orten wurde bisher noch kein Baumkataster erstellt. Nach Auskunft von Bürgermeister Werner Angsten ist aber in nächster Zeit eine Fachfirma aus Luxemburg zu einem Infogespräch mit allen Gemeindechefs eingeladen. Das Büro soll sein Konzept zur Kontrolle von Bäumen und auch die damit verbundenen Kosten vorstellen. Allerdings betont Angsten: "Unsere Orte sind seit Jahrzehnten gut damit gefahren, dass sie engen Kontakt mit den Fachleuten vor Ort, nämlich den Revierförstern und den Forstwirten, halten." Das stellt auch der Keller Ortsbürgermeister Markus Lehnen klar: Nach seiner Auskunft kontrollieren die Forstwirte zwei Mal pro Jahr die Bäume auf öffentlichem Gelände in Kell. "In besonderen Fällen schalten wir aber auch externe Gutachter ein. Das haben wir neulich zum Beispiel am Kindergarten gemacht und dort einen Baum gefällt". Auch auf dem Friedhof werden demnächst zwei markante, über 120 Jahre alte Kastanien gefällt. "Unsere Devise ist, dass wir lieber einen Baum zu viel fällen, als ihn stehen zu lassen", sagt Lehnen. Allein rund um den viel besuchten Stausee ließ die Ortsgemeinde vor drei Jahren mehr als 1000 Bäume fällen.
In der Verbandsgemeinde Hermeskeil haben alle 13 Orte die Erstellung von Baumkatastern in Auftrag gegeben. In Beuren hat zum Beispiel ein Fachmann alle 250 gemeindeeigenen Bäume inspiziert. Sie sind nun mit Standort, Alter und einer Plakette registriert. "Das Kataster hat uns 800 Euro gekostet", sagt Ortschef Manfred Köhl. In Zukunft sollen der Wald- und der Gemeindearbeiter die Kontrollen übernehmen.
Auch die Stadt Hermeskeil - sie besitzt etwa 3000 Bäume - plant nach Auskunft des Beigeordneten und städtischen Bauhofleiters Volker König die Erstellung eines Katasters. "Es ist nur noch die Frage, ob das ein externer Gutachter macht oder wir eine interne Regelung treffen." Beim Bauhof gibt es einen qualifizierten Mitarbeiter, der bisher mit den regelmäßigen Kontrollen, zum Beispiel im Stadtpark oder auf dem Friedhof, betraut ist.
"Es ist ganz klar, dass man durch den Baumunfall in Trier noch einmal sehr viel mehr sensibilisiert wurde", sagt König. ax