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Musik: Lieder voller Liebe und Leidenschaft

Musik : Lieder voller Liebe und Leidenschaft

Sina Philipps stellt sich in Wincheringen mit ihren Liedern dem Publikum vor. Die Resonanz enttäuscht die Heimat- und Kulturinitiative.

Ein Wochenende voller Musik hat in Wincheringen die Kultursaison eröffnet. Am ersten Abend war das Wetter offenbar zu schön. Gerade mal um die 80 Menschen wollten Sina Philipps und ihre Band live erleben, eine aufstrebende Künstlerin, die mit den Texten ihrer Lieder aus ihrem Leben erzählt.

Der Abend, an dem auch die Band „Midnight Jam“ Hits der letzten Jahrzehnte spielte, war von der Initiative für Heimat und Kultur Wincheringen (IHKW) als Jugendkonzert angepriesen worden. Die Altersstruktur der Zuhörer war jedoch sehr gemischt.

„Diese Lieder sind alle meine Babys“, sagt Sina Philipps nicht ohne Stolz. Zehn Titel umfasste ihr Konzert, aber: „Ich schreibe weiter. Dann werden auch die Konzerte länger.“ Ein bisschen Lampenfieber plagte sie schon, doch die Freude über einen Abend vor heimischem Publikum überwog.

Zuhörer David Krecké (28) findet die Initiative klasse, hätte bei dem lauen Sommerabend aber lieber draußen der Musik gelauscht. „Das Konzert zeigt, in Wincheringen geht doch was in Sachen Musik und Kultur“, findet der Besucher aus Nittel.

Sarah Ludwig, Judith Boquoi und Kathrin Krämer sind Fans von Sina Philipps, und das nicht nur, weil sie mit ihr zur Schule gingen und gemeinsam das Abitur ablegten. „Ich kenne sie schon aus der Schulband“, freut sich Judith. „Das ist richtig gut, was sie singt“, ist Sarah überzeugt. Kathrin findet es gut, dass Sina auf Deutsch singt: „Das verstehen alle Leute direkt“.

Mal im Duett mit Keyboarder David Mertz, mal mit Band, die mit Geigerin Jana Philipps eine besondere Klangnote hat, trägt Sina Philipps ihre Lieder voller Leidenschaft vor. Das Publikum hört nicht nur, sondern sieht auch, dass sie das alles, was in den Texten vorkommt, selbst erlebt hat. Es geht um die Liebe, Enttäuschungen, aber auch Leidenschaft und Sehnsucht. Uralte Themen, aber musikalisch frisch aufbereitet. „Und dann bleibt die Welt stehen und hört sich auf zu drehen“, heißt es in einigen Zeilen, mit denen sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringt.

Das neueste Lied „Vergeben-vergessen“ trug sie erstmals vor und bewies gerade dabei enormen Stimmumfang zwischen hohen und tiefen Passagen, die sie sich selbst hineingeschrieben hat.

Mit 42 Gästen noch weniger Resonanz beim Publikum fand der zweite Konzertabend. IHKW-Vorsitzender Karl Donkel sagt: „Es war ein hochklassiges Superkonzert, das von den Zuhörern genossen wurde.“ 25 Helfer waren an den beiden Abenden im Einsatz. „So viele braucht man schon, um den Ablauf zu gewährleisten“, erklärt er.

Den ersten Abend im Freien auf dem Schulhof zu veranstalten, war ihm und seinen Mitstreitern zu riskant: „Bei der langen Planung weiß man nie, wie das Wetter wird.“