Lieder von Wellen und Wind

Sechs Shanty-Chöre treffen sich am Wochenende im Schatten der Freudenburger Burgruine. Dort wird eine Bühne aufgebaut sein, auf der sich das Programm abspielt, das der Shanty-Chor für sein Jubiläum zusammengestellt hat.

Freudenburg. Sie sind bundesweit bekannt, die 33 Sänger, eine Sängerin und ihre Begleitcombo mit drei Akkordeons, Bass, zwei Trompeten, Schlagzeug und Gitarre: Der Shanty-Chor Freudenburg hat am Wochenende fünf weitere Ensembles zu Gast, die sich dieser Stilrichtung verschrieben haben.
Mit Shantys (engl. von to chant = singen/ Gesang) hatte der Chor, der eher zufällig entstand, erst mal gar nichts am Hut. Vorsitzender Manfred Knob kann sich noch gut an die Anfänge erinnern: "Wir waren 15 Leute, die 1995 den Titel Conquest of Paradise, die Musik aus dem Film 1492, als Backgroundchor beim Musikverein begleiteten." Diese lose Truppe sei zusammengeblieben.
Die Initialzündung kam, als der Musikverein 2001 einen Seemannsabend veranstaltete. Erstmals wurden Shantys gesungen. Das machen wir weiter, wurde einhellig beschlossen. Fortan wurde unter dem damaligen Dirigenten Peter Zimmer geprobt.
Seinen unverwechselbaren klanglichen Stempel der Lieder von Wellen und Meer drückte aber der heutige Dirigent Werner Gerardy dem Chor auf. Am Computer feilt er am Klangbild seiner Formation, weil "die Lieder exakt auf den Chor passen müssen".Lieder auf den Leib geschrieben


Jedes Lied im Repertoire von mittlerweile rund 70 Shantys und anderen Titeln, die mit dem Meer zu tun haben, ist diesem Klangkörper auf den Leib geschrieben. Fünf Solisten gibt es, darunter Marlene Konter als einzige Frau. Die Begründung des Dirigenten lautet: ",Ich bin ein Mädchen aus Piräus' kann ja wohl kein Mann singen."
Im Laufe der Jahre ist der Shanty-Chor zu einer Showtruppe geworden. Detlef Alexa, der einzige ehemalige Seemann (Gorch Fock) singt nicht nur, sondern moderiert sehr unterhaltsam. Mikrofone, Verstärker und Lautsprecher bringen die Stimmen zur Geltung. "Das lässt die Leute aufhorchen, und die Lieder gehen ins Ohr", freut sich Dirigent Gerardy. Inzwischen hat der Chor längst eine treue Fangemeinde, die als "Schlachtenbummler" sogar mit auf Konzertreise geht. Legendär sind die Gastspiele bei Mittwochskonzerten auf dem Saarburger Boemundhof mit bis zu 900 Zuhörern. "Das ist ein Aushängeschild für Freudenburg in ganz Deutschland", freut sich Ortsbürgermeister und Gitarrist Bernd Gödert. Hin und wieder hinterlassen die Sänger fern der Heimat mehr als bleibende Eindrücke, als beispielsweise Edmund Stoffel 2011 in der Rüdesheimer Drosselgasse im September bei 25 Grad als Nikolaus auftrat. Seine Begründung: "An Weihnachten hat der Nikolaus ja keine Zeit mehr."
Bleibt das Problem des Nachwuchses. "Schön wäre, wenn eine Gruppe so zwischen 40 und 50 Jahren zu uns stoßen würde. Einzelne Sänger tun sich da etwas schwerer", wünscht sich Vorsitzender Knob. Am Wochenende macht der Shanty-Chor Freudenburg aber bestimmt wieder jede Menge Reklame für sich.

Mehr über Chöre in der Region finden Sie unter  tvoice.deExtra

Samstag, 18. Juli: 20 Uhr: Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Manfred Knob; Grußworte von Ortsbürgermeister Bernd Gödert, Schirmherrin Katarina Barley (MdB) und Bürgermeister Jürgen Dixius; 20.45 Uhr: Dattelner Hafenchor; 21.45 Uhr: Shanty-Chor Freudenburg; 23.15 Uhr: Unterhaltungsmusik und Tanz mit DJ Viez; ab 22 Uhr: Cocktailbar auf der Burg. Sonntag, 19. Juli: 9.45 Uhr: Messe auf dem Festplatz, Mitgestaltung: Gemischter Chor Freudenburg; 11.30 bis 13 Uhr: Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Freudenburg; 13.30 Uhr: Shanty-Chor Alstermöwen Henstedt-Ulzburg; 14.45 Uhr: Shanty-Chor Saar aus Ensdorf; 16 Uhr: Die Bisttalmöwen aus Differten; 17.15 Uhr: Marinekameradschaft "Teddy Suhren" Zweibrücken; ab 11.30 Uhr Mittagstisch, ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen. doth Weitere Informationen sind im Internet erhältlich unter shanty-chor-freudenburg.de

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