Literaten lesen aus ihren Werken

Der 44. Band des Literamus wurde in Wawern vorgestellt. Die Macher der Zeitschrift merken, wie die Zeit ihre Arbeit verändert.

Wawern Über 20 Literaturfreunde kamen zur Vorstellung des neuesten Bandes des Literamus, einer Sammlung von Kurzgeschichten und Gedichten von engagierten und ambitionierten Autoren, in die ehemalige Synagoge in Wawern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung: einige Künstler lasen aus ihren Werken.
Hans Greis aus Wawern und Erwin Otto aus Trier legen mit dem 44. Band des Literamus, einer bunten Mischung literarischer Erzeugnisse verschiedener Autoren, einen Sammelband vor, der einen guten Querschnitt durch die Werke der Hobby-Schriftsteller zeigt. Es geht um Selbsterfahrung beim Schreiben, Einblicke in die eigene Seele, historisch verkleidete Bewältigung aktueller Probleme und künstlerisch-künstliche Wortspiele, aber auch Humorvolles im Hunsrücker Dialekt. Insbesondere Mundartautor Josef Peil aus Mastershausen im tiefsten Hunsrück sorgte für ausgesprochen fröhliche Heiterkeit, wenn er beispielsweise - passend zum Martin-Luther-Jahr - berühmte Zitate des Reformators in Hunsrücker Platt übertrug.
Ansonsten war die Stimmung im Saal eher konzentriert-ernsthaft. Im Wechsel mit musikalischen Einspielungen durch Cellistin Angela Simons und Gitarrist und Sänger Achim Weinzen entstand eine familiäre, salonartige Atmosphäre, in der sich die Autoren und das Publikum gemeinsam wie zu Hause zu fühlen schienen. Organisator Hans Greis bestätigte dann auch: "Von den Besuchern kommen viele nicht zum ersten Mal."
Greis berichtete darüber hinaus, dass es sehr schwierig sei, ein neues Publikum für den Literamus zu interessieren. Blogs und ähnliche Arten von Publizistik im Internet seien nicht das, was man mit dem Literamus anstrebe, nämlich engagierte und künstlerisch ambitionierte Literatur zu präsentieren, die abseits der großen Verlage ein Forum finden solle. "Wir bemühen uns, auch kritisch auf aktuelle politische Entwicklungen einzugehen. Aber die Herrschaft des Mainstreams macht es schwer, nicht konforme Texte zu veröffentlichen."
Die Veranstaltung selbst war nicht von kontroversen Diskussionen über strittige Positionen in Literatur und Gesellschaft geprägt. Man erfreute sich an fein gedrechselten Worten in bildreichen Gedichten, amüsierte sich bei den Hunsrücker Alltagsgeschichten und entspannte sich bei unterhaltsamer Musik.
Ein Abend in Harmonie statt hitziger Debatte.
Den Literamus gibt es im Direktvertrieb beim Wissenschaftlichen Verlag, Trier, bei Hans Greis, Wawern, und in einigen Buchläden.
Der Preis beträgt fünf Euro.