Liturgie in Jazz und Swing

90 Sänger und 30 Musiker singen und spielen vertonte Gottesdienstsprache. Der Basilikachor und das Vokalensemble St. Paulin Trier, ein Projektchor des Dekanates Hermeskeil sowie Dozenten und Schüler der Echternacher Musikschule katapultieren alte Gesänge in die Neuzeit.

Hermeskeil. Nach Echternach und Trier sind die Missa Parvulorum Dei von Ralf Grössler und The Little Jazz Mass für Chor und Orchester von Bob Chilcott jetzt in St. Martinus in Hermeskeil aufgeführt worden. Insgesamt 90 Sänger und 30 Musiker verliehen der liturgischen Sprache mit den sakralen Texten ein neues Klangbild. Die Musikschaffenden setzten sich aus folgenden Ensembles zusammen: dem Basilikachor und dem Vokalensemble St. Paulin Trier, dem Projektchor aus dem Dekanat Hermeskeil und den Dozenten mit ihren Schülern der Musikschule Echternach.
Eine von etwa 250 Zuhörern war Linda Rudwig aus Luxemburg. Sie genoss dieses neue Erlebnis bereits zum zweiten Mal und fand: "Das Klangbild von Liturgie und Jazz ist beeindruckend. In der Hermeskeiler Kirche klingt es am schönsten."
Die Kirchenkonzerte in St. Martinus seien immer gut, meinte Michael Knüttel aus Hermeskeil und fügte hinzu: "Die Verbindung mit Jazz ist sehr interessant."
Die Gesamtleitung des riesigen Klangkörpers hatte Regionalkantor Volker Krebs übernommen. "Die Idee stammt von der Gesangsdozentin Ursula Thies", verriet Dekanatskantor Rafael Klar, der den Part der Sänger aus seinem Wirkungskreis einstudiert hatte, darunter allein 25 Mitglieder von Ton-in-Ton.
"Hier ist stilistisch völlig neue Kirchenmusik entstanden", erklärt Klar.
120 singende und musizierende Menschen im Alter von elf bis 75 Jahren erzeugten schon allein in ihrer Masse einen beeindruckenden Schalldruck. Die glasklare Solostimme von Sopranistin Ursula Thies, Stammgast in diesem Hermeskeiler Gotteshaus, erstrahlte erneut in St. Martinus. Saxofonist Maxime Bender zauberte mit seinem Spiel Gänsehautstimmung in den Sakralbau. Die offizielle Kirchenmusik hat eine neue Klangfarbe bekommen. doth

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