Mädchen für alles

Die jüngste Sitzung des Ortsgemeindera tes Freudenburg verlief am Dienstagabend kurz und schmerzlos: Weil der Rat mit weniger als acht erschienenen Mitgliedern nicht beschlussfähig war, fiel die Sitzung aus. Einzig eine Verabschiedung ließ sich Ortsbürgermeister Bernd Gödert nicht nehmen.

Freudenburg. (sw) "Ich fürchte, wir werden heute Abend keine Sitzung abhalten können", begrüßte Bernd Gödert, Ortsbürgermeister von Freudenburg, die wenigen Herren und eine Dame aus dem Rat, die am Dienstagabend den Weg ins Bürgerhaus ansteuerten. "Einige Ratsmitglieder sind krank, andere aus beruflichen oder anderen Gründen verhindert, so dass wir wohl nicht vollzählig sein werden", so Gödert. Nachdem er das "akademische Viertel" verstreichen ließ und sich der Raum dennoch nicht mit den für die Beschlussfähigkeit notwendigen acht Mitgliedern füllte, eröffnete und schloss er gleichzeitig die anberaumte Sitzung. Ein neuer Termin für die Sitzung werde dem Rat schriftlich mitgeteilt. "Einen Tagesordnungspunkt können wir aber dennoch aufrufen, und das ist die offizielle Verabschiedung unseres langjährigen Gemeindeboten Albert Zender in den Ruhestand", sagte Bernd Gödert. Fast 17 Jahre habe er im Dienste der Gemeinde gestanden und sich dabei gewissermaßen als "Mädchen für alles" etabliert. Gödert: "Ob es die Viehzählung war - wer hat es gemacht? Der Albert. Wer hat sich der Obstversteigerung angenommen, selbst als kein Obst da war? Der Albert. Er hat auch den Strom abgelesen und sich um alles gekümmert, was sonst noch so angefallen ist und wofür sich niemand zuständig fühlte." Sein besonderer Dank galt darüber hinaus Zenders Einsatz für das Bürgerhaus, um das er sich seit vielen Jahren verantwortungsvoll gekümmert habe. Mit einem Weinpräsent bedankte sich der Ortsbürgermeister bei dem 77-Jährigen und wünschte ihm und Zenders Frau vor allem eine stabile Gesundheit - "auf dass Ihr die freie Zeit nutzen könnt."

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