Mäßiges Wetter, weniger Besucher
Das war's für dieses Jahr: Mit Rallye-Autos vor dem Rathaus, offenen Geschäften, Live-Musik und dem traditionellen Brillant-Feuerwerk als farbenprächtiger Schlusspunkt ist gestern die 39. Hermeskeiler Stadtwoche zu Ende gegangen. Weil das Wetter durchwachsen war, blieben die Besucher- und Umsatzzahlen beim Volksfest unter freiem Himmel jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Hermeskeil. Allen Widrigkeiten zum Trotz: Ihren Ruf als größtes Volksfest im Hochwald kann der Hermeskeiler Stadtwoche so schnell keine andere Veranstaltung streitig machen. Alles in allem sind in den zurückliegenden zehn Tagen wieder viele Tausend Menschen aus der ganzen Region zum großen Rummelplatz und den beiden Bühnen am "Neuen Markt" und vor dem Amtsgericht gekommen. Allerdings haben sich die Ferienzeit und vor allem das durchwachsene Wetter bei der Freiluft-Fete negativ bemerkbar gemacht. Biergarten-Atmosphäre konnte nicht immer aufkommen, so dass die Tische und Bänke des Öfteren nur spärlich besetzt waren, der Betrieb auf dem Rummelplatz sich zuweilen in engen Grenzen hielt und mancher Künstler - etwa am Donnerstag die Gruppe "Acoustic Soul" - das zweifelhafte Vergnügen hatte, vor einer doch sehr überschaubaren Zuhörerschaft zum Mikrofon zu greifen.
Stimmten hingegen die äußeren Bedingungen, dann war auch der Zuspruch besser. So war das Besucher-Interesse bei der Eröffnungsfeier oder beim klassischen Erbseneintopf-Essen 2008 merklich größer als im Vorjahr. "Sehr gut" besucht war laut Andreas Noll vom städtischen Arbeitskreis auch das Konzert mit den "Genuine Men" am zweiten Fest-Samstag. Dazu kam der Krammarkt am Mittwoch als bewährtes Zugpferd und nicht zu vergessen der Seniorentag, der mit wiederum 500 Teilnehmern ein Quoten-Renner bleibt.
Verkaufsoffener Sonntag und Rallye-Spektakel
Apropos Renner: Am gestrigen Schlusstag drehte die Stadtwoche noch einmal auf, wobei zunächst röhrende Motoren im Mittelpunkt standen. Vor dem Rathaus verfolgte eine beachtliche Zuschauermenge den Start von 65 Rallye-Autos, die anschließend auf dem Standortübungsplatz Vollgas gaben. Anschließend hatten die Besucher Gelegenheit zum Einkaufsbummel in der Hochwaldstadt. "Es war die richtige Entscheidung, den verkaufsoffenen Sonntag auf das zweite Wochenende zu verlegen und den Tag der Höhepunkte zu nutzen", bilanzierte Jutta Straubinger (Stadtmarketing) am Spätnachmittag. In den meisten Geschäften sei man mit dem Umsätzen zufrieden. Es folgte am Abend der Auftritt der Genesis-Cover-Band "Still Collins" und schließlich das Feuerwerk, das traditionell der größte Besuchermagnet und sicherster Garant für dichtes Gedränge auf dem Festplatz ist.
Letztlich fällt die Bilanz der 39. Stadtwoche aber wie das Wetter durchwachsen aus: "Es hätte bedeutend mehr sein können", sagt der Vorsitzende Stefan Eiden über den Umsatz, den die Stadtkapelle am Biergarten vor dem Amtsgericht gemacht hat. Dieter Ettelbrück von der Arbeitsgemeinschaft der Schausteller kommt zu einer gleichlautenden Einschätzung. Neben dem Lob, das Besucherin Doris Ludwig für das "gute musikalische Angebot" parat hat, gibt es einen Punkt, der immer wieder Kritik laut werden lässt: "Die Stadtwoche ist einfach zu lang. Vier bis fünf Tage würden ausreichen", meint Michael Klein aus Hermeskeil stellvertretend für viele Besucher. Noll weist jedoch darauf hin, dass gerade die Schausteller, die die Hälfte des Programms finanzieren, nicht an der Dauer des Fests rütteln wollen. "Für uns ist eine Verkürzung kein Thema", bekräftigt Ettelbrück. Fest steht aber schon jetzt: Im nächsten Jahr wird sich bei der Stadtwoche einiges ändern. Weil 2009 wohl der Bau des Feuewehrmuseums läuft, wird auf dem Festplatz weniger Fläche zur Verfügung stehen. "Wir müssen uns also zwangsläufig Gedanken über konzeptionelle Änderungen machen", kündigt Noll an.