Magische Momente: Ein besonderes Neujahrskonzert

Magische Momente: Ein besonderes Neujahrskonzert

Zu zwei Neujahrskonzerten am Samstag und Sonntag im Konzer Kloster Karthaus hat der Konzer Star-Bassist Daniel Lewis Williams zwei junge Gastsänger mitgebracht, deren Auftritt einer kleinen Offenbarung gleichkam.

Konz. Als Daniel Lewis Williams zu Beginn des Konzer Neujahrskonzertes verkündet, dass er - als Ersatz für seine erkrankte Tochter Judith - zwei junge und talentierte amerikanische Sänger mitgebracht habe, ahnt das Konzer Publikum noch nicht, dass es angenehm überrascht werden wird.
Zwei junge Talente


Rachel und Justin Moore wurden in ihrer Heimat ausgebildet und befinden sich zurzeit zum Vorsingen in Europa, ihr Auftritt im Kloster Karthaus berechtigt zu großen Hoffnungen. Das Programm von Sopranistin, Tenor und Williams als Bass schlägt einen weiten Bogen von Oper über Operette und Musical bis zu Gospel und Spiritual. Der Wahl-Konzer mit der sonoren, tiefen Stimme ist bei Wagner und Strauß schon sehr präsent, beim spirituell inspirierten "Old Man River" läuft er zu Hochform auf, man merkt, dass er ein Heimspiel hat, die Atmosphäre ist familiär. An der Schwelle zu einer steilen Karriere steht das knapp dreißigjährige Ehepaar Rachel und Justin Moore, ihr blendendes Aussehen und die fantastischen Stimmen beeindrucken die insgesamt fast 400 Zuhörer. Mit betörendem Charme und einer natürlichen Bühnenpräsenz verzaubern sie das Publikum. Rachels glockenhelle Traviata begeistert und Justins Interpretation des neapolitanischen Volksliedes "Core\'ngrato" sorgt für Gänsehautmomente.
Der knapp 30-jährige Amerikaner vollzieht gerade einen Fachwechsel vom Bariton zum Tenor, er schafft es, das warme, baritonale Timbre in strahlende Höhen zu transportieren. Beide artikulieren sauber in fast perfektem Deutsch; welch ein sängerisches Potenzial sich hier zeigt!
So schmelzen die Damen und Herren im Publikum bei Musik aus dem Phantom der Oper dahin.
Passend zu den Stücken "On the Street where you live" aus My Fair Lady fallen die ersten Sonnenstrahlen durch die hohen Fenster des Klostersaales. Unerwartet magische Momente in einem großartigen Konzert.
Ihr Lehrer Daniel Lewis Williams strahlt und mit ihm die Zuschauer, die Moores scheinen tief beeindruckt von der Sympathie, die ihnen entgegengebracht wird.
Sei es einzeln, im Duett oder als Terzett, ob aus der Zauberflöte, Simon Boccanegra oder Madame Butterfly, jedes Lied überzeugt.
Publikum fordert drei Zugaben


Klaus-Peter Bungert am Flügel begleitet perfekt mit seinem hingebungsvollen Spiel.
Mancher reibt sich nach der dritten Zugabe erstaunt und verzückt die Augen, Bravorufe und stehende Ovationen sind der Lohn für ein absolut denkwürdiges Neujahrskonzert. DT

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