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Man ist verrückt, oder man lässt es

Man ist verrückt, oder man lässt es

ZEMMER. (ae) Musik im Verein ist für Cornelia Blesius mehr als nur irgendeine Freizeitbeschäftigung. Für die engagierte Jugendwartin des Musikvereins Zemmer, die überdies im Vorstand der Big Band "Frame in Green" und im Ehranger Blasorchester aktiv ist, gehört die "Musikfamilie" zu den wichtigsten Dingen im Leben.

Cornelia Blesius (28) ist mit Musik aufgewachsen. Ihr Vater war Vorsitzender des Musikvereins Zemmer, sie begann mit sieben Jahren Klarinette zu lernen, später kam das Saxophon dazu. Sie spielte in der Schul-Big-Band des Angela Merici-Gymnasiums und im Musikverein Zemmer. Als sich aus dessen Reihen im Jahr 1993 die Big Band "Frame in Green" formierte, war sie auch dabei: "Das war ja damals eine Initiative der Jugend." Von Anfang an engagierte sie sich im Vorstand der Band, genauso wie später in dem des heimischen Musikvereins. Dort übernahm sie das nach Umstrukturierungen vor vier Jahren neu geschaffene Amt des Jugendwartes. Die Stärken des Nachwuchses zu fördern, liegt ihr besonders am Herzen: "Ich versuche, den Kindern das Gefühl zu vermitteln, dass das, was sie tun, wichtig ist und dass sie als Personen wichtig sind." Ihre Stärke sieht Cornelia Blesius vor allem im Organisieren. Davon profitieren nicht nur die Kinder, für die sie zum Beispiel Spieleabende auf die Beine stellt, sondern auch Verein und Dorf. Ein Feld, das sie beackert, ist die Öffentlichkeitsarbeit: "Es stärkt die Identifikation mit Verein und Ort, wenn man auch mal in den Medien präsent ist." Und dann kommt ihr ein fast philosophischer Gedanke: "Wenn ich in meinem Beruf als Polizistin im Streifenwagen herumfahre, mache ich im Grunde auch ständig Öffentlichkeitsarbeit." Überhaupt gebe es viele Schnittstellen zwischen ihrem Beruf und der Vereinsarbeit: Kontakt mit Menschen, Probleme lösen, Entscheidungen treffen, vor allem aber organisieren und anpacken. Obwohl Cornelia Blesius täglich nach Andernach pendeln muss, nutzt sie den Freiraum des Schichtdienstes, um Letzteres zu tun. Und so holt sie Angebote für Uniformen ein, rührt die Spendentrommel, organisiert Werbegeschenke, entwirft und hängt Plakate auf und vieles mehr. "Der Jahresurlaub geht meist für die Vereine drauf, aber das muss man eben wollen." Da ihr Lebensgefährte genauso strukturiert sei wie sie und überall mitwirke, gebe es damit auch kein Problem. Im Gegenteil: "Es ist doch toll, wenn man mit anderen zusammen was stemmen kann. Wenn es keine Leute mehr geben würde, die das machen, wären die Vereine und das Dorfleben bald tot." Einfach zu sagen: "Man müsste mal...", damit würde sie sich nie zufrieden geben. "Ich habe ja auch schon gemeckert, aber dann auch versucht, neue Ideen umzusetzen." Eine davon war die begeistert aufgenommene "Dorf-Olympiade" bei der Kirmes. Ihre Motivation bezieht Cornelia Blesius aus dem Spaß, vor allem aber der Gemeinschaft mit anderen, die für ihr Leben so wichtig ist wie der eigene familiäre Hintergrund. Und deshalb spricht sie nicht zufällig von ihrer großen "Musikfamilie".