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Manchem Oberemmeler stinkt’s gewaltig

Manchem Oberemmeler stinkt’s gewaltig

Die Verbandsgemeindewerke bauen in dem Konzer Stadtteil zurzeit Regenrückhaltebecken. Das gefällt nicht jedem in dem Ort.

Konz-Oberemmel Ralf Zorn, stellvertretender Leiter der Verbandsgemeindewerke Konz, stellte sich bei der jüngsten Sitzung des Ober emmeler Ortsbeirats den kritischen Fragen zum Neubau der Regenwasserrückhaltebecken, die zurzeit unterhalb des Rosenbergs neu angelegt werden. Die Baumaßnahme, die eigentlich schon Mitte 2017 abgeschlossen sein sollte, verzögere sich, da die ausführenden Fachfirmen aufgrund von hoher Auslastung ihre Termine teilweise nicht einhalten können, sagte Zorn. Ärgerlich sei dies insbesondere deshalb, weil sich Anwohner über eine hohe Geruchsbelästigung beklagen. Eine Kanal-Spüleinrichtung, die zukünftig verhindern soll, dass üble Gerüche abgesondert werden, konnte noch nicht installiert werden. "Die Zulieferfirmen haben Lieferzeiten von mehr als drei Monaten", berichtete Zorn. Er hofft, dass die Spültechnik, die künftig verhindern soll, dass Fäkalienreste im Rohr antrocknen und dann zu "müffeln" beginnen, bis zum Jahresende funktionsfähig ist.
Sollte es nach dem Einbau der Kanalspülungstechnik immer noch zu Geruchsbelästigungen kommen, wollen die VG-Werke das Problem beheben, versprach Zorn. "Eine Abdeckung der Regen- und Schmutzwasserrückhaltebecken ist aber nicht vorgesehen, da dann Explosionsgefahr besteht", sagte Zorn. Dass die Becken überhaupt relativ nah an Wohnhäusern gebaut wurden, hängt damit zusammen, dass die VG-Werke nur dort Grundstücke kaufen konnten. "Andere Grundstückseigentümer haben 150 Euro und mehr für den Quadratmeter gefordert", sagte der Oberemmeler Ortsvorsteher Hermann-Josef Benzkirch.
Da die Stadt Konz aber aufgrund von EU-Richtlinien verpflichtet ist, für Gewässerschutz zu sorgen und das Schmutz- und Regenwasser geordnet in die Kläranlage nach Wiltingen weiterzuleiten, musste man handeln.
Im Herbst 2018 werden dann noch drei weitere kleine Rückhaltebecken an der Straße Im Großengarten angelegt. "Bis zum Sommer 2019 soll diese Baumaßnahme dann abgeschlossen sein", sagte Ralf Zorn. Man habe im Blick, dass die Oberemmeler Feste mit entsprechendem Parkplatzbedarf nicht leiden. Die Investitionskosten für beide Wasserschutzbauten betragen rund 3,5 Millionen Euro.
Gesprächsbedarf gab es auch über die geplante Erneuerung der Kanäle in der Karlsbergstraße, für die im Investitionsprogramm 2017/18 etwas mehr als 700 000 Euro vorgesehen sind. Doch Nachfragen über das Ausmaß und die Dauer von Straßensperrungen blockte Ortsvorsteher Benzkirch ab: "Soweit sind wir noch nicht. Erst, wenn die Finanzierung gesichert und ein Baukonzept vorliegt, können wir darüber nachdenken, wie wir die Einschränkungen der Anwohner so gering wie möglich halten."
Ralf Zorn von den VG-Werken erklärte dazu: "Die komplette Erneuerung der Kanäle und Leitungen wird in der Regel abschnittsweise durchgeführt, und die Straße wird auch nicht komplett abgerissen." Ortsvorsteher Benzkirch versprach, dass eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfindet, sobald alle Informationen zusammengetragen wurden.