Ersthelfer : Mandern gewinnt neue Ersthelfer

In Notfällen können Sekunden über Leben und Tod entscheiden. Die neuen Manderner First Responder sollen in solchen Fällen helfen.

Nach Pellingen-Lampaden hat jetzt auch die Feuerwehr in Mandern in der Verbandsgemeinde Kell am See eine First-Responder-Gruppe für die schnelle Hilfe bei Notfällen vor Ort. First Responder heißt „erster Beantworter“, oder eben auch Reaktion auf einen Notfall. „Es sind gut ausgebildete Ersthelfer aus der Nachbarschaft. Sie sind die schnellsten Helfer vor Ort“, erklärt der Wehrführer in Mandern, Werner Stüber, der die Idee nach einer Rettungsübung gemeinsam mit Ortsbürgermeister Tim Kohley entwickelte.

Mit Christian Jakobs und Thorsten Marx, beide hauptamtlich bei der Berufsfeuerwehr in Trier beschäftigt, sind zunächst zwei dieser Erstretter von Verbandsgemeindebürgermeister Martin Alten berufen worden. Mit dem neuen Gemeindearbeiter Stefan Frank will sich auch ein dritter Mann dieser Aufgabe widmen. Er möchte auch aktiver Feuerwehrmann werden. „Stefan Frank ist für diese Aufgabe prädestiniert, weil er sich als Gemeindearbeiter auch tagsüber im Ort aufhält“, betont Ortschef Kohley. Die Aufgabe sei es, im Ernstfall die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Damit übernehmen die First Responder, die ausschließlich ehrenamtlich arbeiten, eine wichtige Funktion in der Rettungskette.

Erste Hilfe kann und muss jeder leisten, der in der Nähe eines Unfallortes ist. Doch bis ein Notarzt eintrifft kann es dauern. „Diese Zeit kann entscheidend sein, ob jemand überlebt, beispielsweise bei einem Schlaganfall oder einer Herzattacke“, sagt Ortschef Kohley. Eine wichtige Lücke in der Rettungskette wird so geschlossen. „Gerade angesichts der vielen Baustellen in letzter Zeit kann sich das Eintreffen des Rettungswagens verzögern“, nennt Verwaltungschef Alten einen wichtigen Grund für die Einrichtung der Ersthelfer, die im Ort wohnen und binnen weniger Minuten beim Patienten sein können. Erschwerend komme hinzu, dass ein Krankenwagen auch mal in einem anderen Einsatz ist und sich die Zeit noch mal verlängert, bis er in Mandern ist.

Die Ausrüstung dazu haben die neuen Retter in ihrem Privatwagen immer dabei. Thorsten Marx ist nicht nur Wehrleiter, sondern auch als Berufsfeuerwehrmann in Trier ausgebildeter Rettungsassistent. Er erklärt, was im Ernstfall nötig ist: „Wir können zunächst die Vitalfunktionen wie die Atmung und den Kreislauf kontrollieren, haben Sauerstoff dabei und einen Defibrillator, um einen eventuellen Herzstillstand zu behandeln.“ Wichtig sei aber auch der Zuspruch, sowohl für den Patienten als auch die Angehörigen, bis der Notarzt eintrifft. Fünf bis sechs Notarzteinsätze gibt es in Mandern pro Jahr. Mit der neuen Gruppe, die der Feuerwehr zugeordnet ist, haben Patienten bessere Überlebenschancen, denn bei einem Herzinfarkt schwinden diese mit jeder Minute um zehn Prozent. Alarmiert wird die First-Responder-Gruppe über die Rettungsleitstelle Trier. Gut 6000 Euro hat die Ausrüstung gekostet, die für rund 200 Euro im Jahr auf dem neuesten Stand gehalten wird. Verbandsgemeinde, Ortsgemeinde und der Förderverein der Feuerwehr Mandern teilen sich diese Kosten.

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