Manipulation an Wellener Messreihe

Manipulation an Wellener Messreihe

Mit einem staubigen Sack wollte offenbar ein Wellener Bürger bei der Ermittlung der Staubmesswerte im Dorf nachhelfen. Nun entscheiden die eingeschalteten Ämter über die Fortsetzung der Messreihe.

Das Messgerät gibt Aufschluss über die Belastung der Luft. TV-Foto: Archiv/Anke Pipke.

Wellen. Sie sind recht unscheinbar und sehen für einen Laien aus wie ein Becher in einem Gittergerüst. Die Geräte zur Messung des Staubniederschlags in der Gemeinde Wellen sollen über ein Jahr verteilt Messwerte bringen, die Aufschluss darüber geben, inwieweit der Staub des Bergwerks das Dorf belastet. Nun wollte offenbar ein Bürger dem ganzen Prozedere etwas nachhelfen. Winfried Meseke, Geschäftsführer der Trie-rer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) Wellen, hat auf TV-Anfrage bestätigt, am Mittwoch unter anderem das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) über die angebliche Manipulation informiert zu haben.

Demnach soll laut Zeugenaussagen jemand einen Sack mit Staub über die Messbehälter gestülpt und ihn ausgeklopft haben. Das Ziel sei es offenbar gewesen, die Staubmenge künstlich zu erhöhen, berichtet LGB-Chef Harald Ehses aus dem Schriftstück der TKDZ.

Welche Auswirkungen die Aktion haben könnte, ist noch offen. "Es hat noch keine Abstimmung mit dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht stattgefunden", sagt Ehses. Diese sei für nächste Woche angesetzt. Dann werde auch darüber entschieden, ob und wie die Messreihe fortgesetzt werden könnte.

Vertreter des Vereins Sauberes Wellen reagierten im TV-Gespräch auf die Nachricht der angeblichen Machenschaften sehr überrascht. Nach kurzer Zeit ihrer internen Recherche war aber klar: "Wir wissen, wer es gewesen sein soll und wer einer der Zeugen ist", berichtete Vereinsvorsitzender Jens Thewke. Der Beschuldigte sei niemand aus dem Verein. Thewke betonte zudem: "Wir verurteilen diese Tat." Damit sei niemandem gedient. Ihnen sei vielmehr an fair ermittelten Messergebnissen gelegen.

TKDZ-Chef Winfried Meseke will nun die Reaktion der Behörden abwarten. Er betonte, dass zudem noch ungewiss sei, wie oft und wie viele der Messgläser bereits vor Bekanntwerden der Übeltat manipuliert worden seien. Eine Anzeige bei der Polizei schließt er nicht aus.