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Mann aus der Eifel wird Vergewaltigung vorgeworfen

Mann aus der Eifel wird Vergewaltigung vorgeworfen

Ein 30-jähriger Mann aus der Eifel soll 2006 seine damalige Freundin zweimal vergewaltigt und sie am Kopf verletzt haben. Der Angeklagte bestreitet die Tat. Bei der gestrigen Verhandlung am Trierer Landgericht hat ein Gutachter die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers bestätigt.

Bitburg/Trier. "Waren das Würgemale am Hals ihrer Freundin - oder könnte das auch ein Knutschfleck gewesen sein?", fragt Verteidiger Christian Peters nach. Die Zeugin, eine damalige Kollegin des mutmaßlichen Opfers, soll auf dem Polizeirevier bestätigt haben, Würgemale am Hals ihrer Freundin gesehen zu haben. Die Zeugin antwortet mit einem Achselzucken. Daran könne sie sich heute nicht mehr genau erinnern. Die Erinnerungslücken scheinen nachvollziehbar: Denn obwohl sich die Vorfälle 2006 ereignet haben sollen und auch im März 2006 angezeigt wurden, hat der Prozess erst im November 2011 begonnen. Unmittelbar vor der Anzeige war es zu einem Streit gekommen, in dessen Verlauf der Angeklagte den Kopf der Frau gegen einen Fenstervorsprung gestoßen und eine brennende Zigarette auf ihrer Wange ausgedrückt haben soll. Grund für die Verzögerung des Verfahrens ist nach Angaben des Landgerichts unter anderem, dass das Gutachten über die Glaubwürdigkeit des Opfers erst verspätet erstellt worden ist. Der Angeklagte, der die Vorwürfe bestreitet, sitzt schweigend im Gerichtssaal und gibt kaum mehr als ein Stirnrunzeln oder leichtes Kopfschütteln von sich. Ein Detail ist immer wieder Gegenstand der Verhandlung: Die damals 20-Jährige hatte dem Angeklagten ausgerechnet nach der ersten mutmaßlichen Vergewaltigung verlockende Angebote per SMS geschickt. Professor Burkhard Schade, der die junge Frau auf ihre Glaubwürdigkeit hin überprüft hat. Das Ergebnis: "Ich sage das selten in dieser Deutlichkeit: Es besteht nicht der geringste Zweifel, dass die Angaben nicht wahrheitsgetreu sein könnten."
Am 16. März wird ein Urteil erwartet. eib