Mannebach plant Neubaugebiet - Hennerwies darf kein Ghetto werden

Mannebach plant Neubaugebiet - Hennerwies darf kein Ghetto werden

Der Planungsauftrag ist ans Büro B.K.S in Trier gegangen. Grob geschätzt können bis zu 20 Häuslebauer 2017 Mannebacher werden. Mit dem Bekanntheitsgrad des Ortes als sorgendes Dorf stieg die Zahl der Bauwilligen. Auch in der Hennerwies soll das Saarburger Modell greifen, das in Mannebach seinen Ursprung hat.

Mannebach. Seit 2006 will Mannebach mit einem Neubaugebiet größer werden. Die Nachfrage ließ jedoch zunächst zu wünschen übrig. Mit der Aufmerksamkeit, die der Ort als sorgende Dorfgemeinschaft inzwischen auf sich gezogen hat, ist das anders geworden. Ortsbürgermeister Bernd Gard sieht gute Chancen, 18 bis 20 Baustellen In der Hennerwies mit grandioser Aussicht gut verkaufen zu können: "Mannebach ist in aller Munde." Dazu hat auch ein Monatssieg beim Respekt-Ehrenamtspreis des TV beigetragen.

Jetzt hat der Ortsgemeinderat zunächst einmal den Planungsauftrag für eine Honorarsumme von 22 357 Euro an das Trierer Büro B.K.S vergeben. Doch Gard denkt bereits an die Zeit, wenn alle Häuser stehen: "Es wird eine gute Willkommenskultur geben." Auf keinen Fall dürfe eine Schlafstätte oder gar ein Ghetto entstehen. Das soll bereits in der Gestaltungsphase vermieden werden. Kleine Plätze werden die Hennerwies prägen. Dort stehen unter schattigen Bäumen Bänke und Tische, wo sich die Leute treffen und mal was zusammen trinken können.

Nicht nur eine neue Straße, sondern auch ein Fußweg soll die Neubürger mit dem Dorfkern verbinden. Die Kosten für das alles sind noch völlig offen. "Wichtig ist, dass junge Familien mit Kindern Mannebach eine Zukunft bringen", sagt Gard. Denn in zehn Jahren werden 145 Mannebacher über 65 Jahre alt sein, darunter viele über 80-Jährige. Jetzt wollen Gard und sein Rat die Weichen stellen, damit das Dorf nicht zum Altenheim wird.
Mannebach will nach dem Saarburger Modell weiterhin eine hohe Lebensqualität für jedes Alter bieten. Dafür gibt es wieder neue Ideen:

Das Bürgerhaus soll mit einem elektrischen Schließsystem versehen werden und so für jeden Mannebacher jederzeit zugänglich sein. "Dieses Haus gehört doch den Bürgern, also sollen sie es auch besser nutzen können", findet der Ortschef. Für die Jugend will er das Kino "Guckloch" einführen, mit einem großen Flachbildschirm im Bürgersaal. Der Heimat- und Kulturverein hat sich inzwischen zum Dorfgemeinschaft e.V. umbenannt. Bald sollen alle Mannebacher Mitglied sein. Ein Dorf im Verein und ein Verein als Dorf.

Ein Dorfteam übernimmt einzelne Aufgaben, denn, so Gard: "Wenn vieles von Einzelnen abhängt, kann ein Verein zusammenbrechen." Das soll mit einer geschickten Aufgabenverteilung, bei der niemand überfordert wird, vermieden werden. In all diese Ziele werden die künftigen neuen Mannebacher miteinbezogen. Jeder soll etwas für die Gemeinschaft tun, ob Jung, ob Alt, ob alteingesessen oder Neubürger, eine Idee mit Zukunft.

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