Maria Dumrese, Leiterin der Volkshochschule Konz, geht nach 28 Jahren in den Ruhestand. Ihre Nachfolge ist geregelt, andere Fragen bleiben offen.

Bildung : VHS-Leiterin sagt adieu nach 28 Jahren

Maria Dumrese geht in den Ruhestand. Während die Nachfolge an der Spitze der Volkshochschule in Konz geregelt ist, hängt die Zukunft der Einrichtung noch von politischen Entscheidungen ab.

Maria Dumrese hält einen „Rekord“. So drückt Rudolf Müller, Leiter der Kreisvolkshochschule (KVHS) Trier-Saarburg es aus. Kein anderer VHS-Leiter im Kreis Trier-Saarburg sei so lange im Amt wie die 63-Jährige, und vermutlich werde es wohl auch so schnell niemand schaffen. Und niemand hat eine der inzwischen vier hauptamtlich besetzten VHS-Außenstellen im Kreis Trier-Saarburg so geprägt wie Maria Dumrese die in Konz. Die studierte Grund- und Hauptschullehrerin hat den Leitungsposten am 1. Oktober 1991 übernommen. 28 Jahre und Tausende Beratungsgespräche mit bildungswilligen Bürgern später verlässt sie die Einrichtung. Am heutigen Montag wird sie offiziell verabschiedet.

Besonders wichtig sei es ihr gewesen, immer ein umfassendes Angebot zu erarbeiten, sagt Dumrese. Zudem habe sie immer versucht, die potenziellen Kursteilnehmer individuell zu beraten und ihnen die richtigen Kurse zu empfehlen. „Ich habe ein ganzheitliches Bildungsverständnis, das sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“, sagt die gebürtige Saarburgerin. Konkret meint sie damit zum Beispiel spezielle Computerkurse zur Reintegration von Müttern ins Berufsleben. Wert habe sie auch immer auf das Konzept des lebenslangen Lernen gelegt. So sei mit ihrer Unterstützung zum Beispiel die inzwischen selbstständig arbeitende Gruppe Aktiv im Alter – Lebenslanges Lernen gegründet worden. In diesem Sinne sei die VHS auch ein „Impulsgeber für gesellschaftliches Engagement“. Selbstbewusst sagt sie, dass sie bei der Themensetzung oft schon ihrer Zeit voraus gewesen sei. Zum Beispiel beim demografischen Wandel: In Konz habe die VHS es schon früh Senioren ermöglicht, aktiv zu bleiben und sich weiterzubilden.

Auch für die benachbarte Lebenshilfe in der Konstantinstraße sei VHS offen gewesen. Die Inklusion, die Miteinbeziehung von Menschen mit Behinderungen, sei ihr wichtig, sagt Dumrese. So habe sie unter anderem die Bewohner des Lebenshilfewohnheims eingebunden, als die VHS 2013 ihren 60. Geburtstag gefeiert habe. Das Besondere an der VHS in  Konz sei der Sitz in der Konstantinstraße 50. Einst hatte dort die große Konzer Maschinenbaufirma Zettelmeyer ihren Verwaltungssitz. Inzwischen ist dort noch neben der VHS die Stadtbibliothek untergebracht. Die Schule hat dort zwei Büros und zwei Unterrichtsräume. „Das ist eine tolle Sache, dass wir mitten in der Stadt Räume haben“, sagt Dumrese. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass Mitte der 1990er unter dem damaligen Konzer Bürgermeister Winfried Manns beschlossen worden sei, die Konstantinstraße 50 zum Kulturgebäude zu machen. 2001 habe die VHS die heutigen Räume bezogen. Vorher sei es schwerer gewesen, Kursteilnehmer zu begeistern, die zum Beispiel abends ins Schulzentrum gehen mussten, das etwas außerhalb der Innenstadt liegt.

Doch der Standort ist für die VHS ein Knackpunkt: Denn die Zukunft des Gebäudes hängt von der Kommunalpolitik ab. Klar ist, dass es saniert, abgerissen und neu gebaut oder verkauft werden soll. Weil das für die Stadt sehr teuer wird (mehr als acht Millionen Euro) und die Finanzierung nicht geklärt ist, haben die Kommunalpolitiker trotz mehrfacher Diskussion in verschiedensten Gremien noch keine letztgültige Entscheidung getroffen (der TV berichtete). Aus Sicht von KVHS-Leiter Müller wäre der Verlust der Räume an der Stelle tragisch: „Wir wären froh, wenn es bliebe, wie es ist.“ Der Konzer Bürgermeister Joachim Weber sagt auf TV-Anfrage, dass noch nicht klar sei, ob die VHS in der Konstantinstraße bleiben könne. Er versichert, dass die Stadt Konz die VHS, egal was entschieden werde, unterstützen wolle.

Während die Gebäudefrage wohl künftig die größte Herausforderung ist, blickt Dumrese auf ihre schwierigste Aufgabe zurück: die Jahre 2014 bis 2016. Die 63-Jährige war die erste Außenstellenleiterin, die sich da im Auftrag der Kreisverwaltung mit der Erstintegration von Geflüchteten beschäftigt hat. „In Konz haben wir schon eine Infrastruktur auf die Beine gestellt, als andere nur drüber geredet haben“, sagt sie. Finanziert wurden die Sprachkurse über die Kulturstiftung des Kreises. Es sei eine arabischsprachige Dozentin gefunden, aber kein neues Personal eingestellt worden. So habe das Geld der Stiftung 1:1 in die Sprachkurse fließen können. Die VHS habe 25 stark besetzte Intensivkurse – zum Teil drei täglich – angeboten. „So sind sehr viele Menschen auf ein Grundniveau gekommen“, sagt Dumrese. Diese sozialpädagogische Arbeit habe sehr viel Kraft gekostet.

Künftig wird die Zewenerin ihre Kraft in Trier einsetzen. Dort leitet Dumrese das Vorzeigeprojekt „Digitalkompass“, mit dem Senioren für die digitale Welt fit gemacht werden sollen. Am Monatsende beginnt für sie somit der (Un-)Ruhestand. Sport, Sprachen, ihr Mann und ihre vier Enkel stünden dann im Mittelpunkt. Dumreses Nachfolge ist schon geregelt. Regula Püschel übernimmt am 1. November das Ruder der VHS in Konz. Wie ihre Vorgängerin kommt sie aus der Region.

Und wie Dumrese, die in Osnabrück nach dem Lehramtsstudium Erwachsenenbildung studiert hat, kommt Püschel aus dieser Stadt zurück in die Heimat. Zurzeit arbeitet sie dort bei der VHS.

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