Marlis Hausen-Mabilon wird heute in Saarburg beerdigt.

Nachruf : Witwe des letzten Glockengießers gestorben

Marlis Hausen-Mabilon wird am Montag in Saarburg beerdigt.

(itz)  Marlis Hausen-Mabilon ist am 25. August im Alter von 90 Jahren gestorben. Die Sterbeandacht für die Witwe des im Januar 2012 verstorbenen Glockengießermeisters Wolfgang Hausen-Mabilon wird am Montag, 2. September, um 10.30 Uhr in St. Laurentius Saarburg gehalten. Anschließend wird sie auf dem Friedhof in der Friedensaue beigesetzt. „Wir werden sie und ihren Mann in Ehren halten und die Familientradition mit dem Museum wahren“, sagt Anette Barth, Geschäftsführerin des Lokalen Bündnisses für Familie in der  Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, das seinen Sitz in der ehemaligen Glockengießerei Mabilon hat. Besonders geschätzt habe sie, dass Marlis Hausen-Mabilon gerne ihr Wissen über die Werkstätten im Staden mit dem Team des Museums Glockengießerei Mabilon geteilt habe. Auch habe sie bis zuletzt Gruppen durch die Einrichtung geführt.

Marlis Hausen-Mabilon liebte es, zum Mittagessen in das Café Urban der Kulturgießerei zu kommen. Dabei unterhielt sie sich mit jedem, wollte wissen, wo er herkam und was er arbeitete. Immer schlug sie dabei den Bogen zur Geschichte des 1770 in Saarburg gegründeten Unternehmens und wusste, wo die nächste Mabilon-Glocke in der Nachbarschaft des Gesprächspartners hing. Bis zuletzt nahm sie großen Anteil an der Entwicklung der Werkstätten der ehemaligen Glockengießerei.

Die letzte von Wolfgang Hausen-Mabilon entworfene Glocke wurde im Jahr 2002 im Staden gegossen und  nach Lima (Peru) verschifft. Da die Familie Hausen-Mabilon keine Kinder hatte,  wurden die Werkstätten an die Stadt Saarburg mit der Auflage übergeben, dort ein Museum zu unterhalten. Wenn am Montag die Trauerglocke in der Pfarrkirche St. Laurentius zu Beginn der Sterbeandacht läutet, endet die fast 250-jährige Geschichte der Familie Hausen-Mabilon in Saarburg. Die Trauerglocke ist eine von drei noch erhaltenen Glocken, die der Firmengründer Urbain Mabillot für das Gotteshaus gießen musste, um vor dem Nordtor der Stadt einen „Schmelzofen“ errichten zu dürfen.

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