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Marode Kanäle, ausgebremste Autos

Marode Kanäle, ausgebremste Autos

Moderne Videotechnik brachte es an den Tag: Stellenweise muss das Irscher Kanalsystem komplett ersetzt werden. Dabei müssen die Arbeiter die Straße nicht überall aufreißen. Ein Fledermausgutachten soll außerdem klären, wie viele flatternde Gesellen im geplanten Neubaugebiet In der Tref unterwegs sind. Stark diskutiert werden weiterhin die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen.

Irsch. Große Probleme liegen in Irsch verborgen unter der Erde. "Ich würde lieber heute als morgen mit der Sanierung der Kanäle beginnen", sagt der Leiter der Verbandsgemeinde Saarburg, Franz Petri, den Ortsvertretern im Rat.
In diesem Dorf wurde erstmals eine Videotechnik eingesetzt, die das gesamte Kanalsystem "vor Ort" untersuchte. Dabei wurden erhebliche Schäden in den Bereichen des Mühlenberges, der Alten Mühle und dem Serriger Weg festgestellt.
"Wir wollen eng mit der Ortsgemeinde zusammenarbeiten, damit die Arbeiten parallel zu Straßensanierungen durchgeführt werden können", betont der Werkleiter.
"Bald wird ja mit der Zerfer Straße begonnen", erklärt Ortsbürgermeister Jürgen Haag. Bis Mitte letzten Jahres standen noch Erneuerungsbeiträge in der Satzung der Werke. "Das ist jetzt weggefallen und ist auch gerechter", findet Petri. So brauchen die Anlieger dafür nichts zu zahlen. Es sei denn, sie haben mehr als einen Hausanschluss.
Ein Kantholz im Rohr, abgeplatzte Beschichtungen, Risse- Grundwasser kann in die Rohre und Abwasser in den Untergrund fließen. "Der Serriger Weg hat eine hohe Schadensdichte", erklärt Alexander Kohl vom planenden Büro Boxleitner aus Trier. Abhilfe kann mit einer Technik erreicht werden, die alte Rohre innen neu beschichtet, oder es muss komplett ersetzt und damit die Straße aufgerissen werden. Beim geplanten Neubaugebiet In der Tref wird derzeit geschaut, wie groß die Fledermauspopulation ist. Das Planungsbüro Paulus und Partner aus Wadern hat dafür einen Biologen beauftragt. Bis September soll das Ergebnis vorliegen. "Bislang konnten keine Fledermäuse gefunden werden, die eines besonderen Schutzes bedürfen", erklärt Ortschef Haag einen Zwischenstand. Auch Wochenstuben wurden noch nicht entdeckt.
Sollte sich das ändern, kann im schlimmsten Fall der Traum von einem neuen Baugebiet für die Gemeinde platzen. Derzeit sieht es jedoch nicht danach aus. Haag rechnet damit, dass nach einer weiteren Offenlage der Planungen ausgeschrieben werden kann. Die Arbeiten an der Infrastruktur des Gebietes könnten dann im Frühjahr beginnen und im nächsten Sommer die ersten Häuser gebaut werden.
Seit vier Wochen ist die Irscher Ortsdurchfahrt verkehrsberuhigt. "Das ist gewöhnungsbedürftig", stellt Jürgen Haag aus eigener Erfahrung fest. Drei Stellen wurden für Fußgänger entschärft. Autofahrer müssen langsam an die Einengungen heranfahren. "Einmal sind die gelben Barken schon umgemäht worden. Da hätte auch ein Mensch gehen können", beschreibt Haag die Wirksamkeit.
Jetzt hat sich der Irscher Rat für eine Tempo-30-Zone ausgesprochen, denn die Durchgangsstraße wird auch von Schülern benutzt.
"Das hat eine erzieherische Wirkung", findet Helmut Steuer (CDU). Jetzt soll Ortschef Haag mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Trier über das Tempolimit und weitere "Bremsen" verhandeln. Das Saarburger Ordnungsamt soll die Gehwegparker zur Rechenschaft ziehen. Ferner wünscht man sich in Höhe der Kirche für die dunkle Jahreszeit eine bessere Beleuchtung.