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Marodes Dach und eine Spendenwelle

Marodes Dach und eine Spendenwelle

Die Pfarrkirche in Irsch hat eine Sanierung bitter nötig. Vor allem das Dach ist marode und muss erneuert werden. Nachdem das Bistum der Pfarrei inzwischen finanzielle Unterstützung zugesagt hat, steht nun fest: Noch im Mai soll die fast 900 000 Euro teure Renovierung von "St. Gervasius und Protasius" anlaufen.

Irsch. Peter Leick dürfte das Weihnachtsfest 2008 noch einige Zeit in Erinnerung behalten. Grund ist ein Brief, den der Pfarrer kurz vor Heiligabend vom Trierer Bistum erhielt. Inhalt des Schreibens war unter anderem die Genehmigung des Zuschusses, den die Irscher für die Renovierung ihrer Pfarrkirche dringend benötigen. Insgesamt 618 000 Euro will das Bistum zahlen. Damit steht der Sanierung von "St. Gervasius und Protasius" nun so gut wie nichts mehr im Weg. "Wir wollen die Maßnahme so bald wie möglich ausschreiben", sagt Peter Leick im TV-Gespräch und kündigt an: "Wenn nichts mehr dazwischen kommt, beginnen die Arbeiten noch im Mai."

Rückblende: Nachdem die Pfarrgemeinde die Irscher vor zwei Jahren über die geplante Renovierung der Kirche und die voraussichtlichen Kosten dafür informiert hatte (ein Gutachten ging von einer Gesamtsumme von 650 000 Euro aus), setzte in der Saargemeinde eine bislang beispiellose Spendenwelle ein. Feste wurden zugunsten der Kirche veranstaltet, und auch Privatfeiern warfen etwas für die Renovierung ab. Im Frühjahr 2008 schockte ein weiteres Gutachten die Irscher. Danach schlägt die Kirchenrenovierung mit fast 900 000 Euro zu Buche (der TV berichtete). "Schuld" ist vor allem das Dach des Gebäudes, das ursprünglich nur instand gesetzt werden sollte und das offenbar in einem schlechteren Zustand ist als zunächst angenommen. Das Dach soll nun komplett erneuert werden.

Nach Auskunft von Pfarrer Leick ist das Barvermögen der Pfarrei inzwischen auf 165 770 Euro angewachsen - und das hauptsächlich dank der Spendenbereitschaft in Irsch. Denn vor zwei Jahren, als die Renovierungspläne bekannt wurden, hatte die Pfarrgemeinde nur ein geringes Guthaben. "Rücklagen gab es so gut wie keine", berichtet Leick. Bis zu den für die Renovierung benötigten 891 000 Euro fehlen der Pfarrei trotz Bistums-Zuschuss noch immer 107 230 Euro, die im Zweifelsfall über Kredite finanziert werden. "Wir sammeln aber weiter", sagt der Pfarrer. Darüber hinaus soll ein kleiner Teil der Arbeiten in Eigenleistung erbracht werden.

Extra

Kirchenrenovierung in Irsch
Während der rund ein Jahr dauernden Renovierungsarbeiten soll die Irscher Pfarrkirche geschlossen bleiben. "In dieser Zeit finden die Sonntags-Gottesdienste im großen Saal des ehemaligen Gasthauses Zur Post' statt. Werktags weichen wir auf das Pfarrheim aus", erklärt Pfarrer Peter Leick. Der letzte Gottesdienst in der Kirche "St. Gervasius und Protasius" vor Renovierungsbeginn soll am Sonntag, 3. Mai, abgehalten werden.