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Masterstraßenmeisterei Hermeskeil hat neues Führungsduo und ist für mehr als 900 Kilometer Straßen zuständig

Führungswechsel bei Straßenmeisterei Hermeskeil : Team hält 930 Kilometer Straße in Schuss

Stefan Moritz (58) und Thomas Arenz (34) bilden das neue Führungsduo für die Straßenmeistereien in Hermeskeil, Saarburg und Thalfang. Dem TV haben sie erzählt, was ihren Job so spannend macht und warum sie manchmal ein „dickes Fell“ brauchen.

Für Stefan Moritz wird sein Job nie langweilig. „Fast kein Tag ist wie der andere“, sagt der Leiter der Master-Straßenmeisterei (MSM) Hermeskeil. Seit etwa einem halben Jahr sind der 58-Jährige und sein Stellvertreter Thomas Arenz (34) das neue Führungsduo im Hochwald.

Ihre Meisterei, die zum Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier gehört, kümmert sich um 930 Kilometer Straße vom Hunsrück bis zum Saargau (siehe Hintergrund). Neben Hermeskeil leiten die beiden auch die Standorte in Thalfang und Saarburg. „Das ist ein großes Gebiet. Da muss man sich die Woche gut einteilen, um überall präsent zu sein“, sagt Arenz. Für den Trier-Pfalzeler, der 2011 beim LBM Trier in der Fachgruppe für Straßenneubau-Projekte startete, war der Wechsel in den Hochwald „ziemliches Neuland“. Vom Innendienst ging es sozusagen raus auf die Straße: „Es hat eine Weile gedauert, den Bezirk kennenzulernen und jede Kreisstraße einmal abzufahren.“

Neuling – das gilt für MSM-Leiter Moritz keinesfalls. 26 Jahre hat der gebürtige Trassemer, der in Perl im Saarland lebt, die Straßenmeisterei Trier angeführt. Doch auch er hat sich erst einmal orientieren müssen im „fremden Bezirk“, den er von Vorgänger Arnold Eiden übernahm. „Inzwischen haben wir uns aber gut eingelebt.“

Was für die beiden gelernten Bauingenieure den Reiz ihres Jobs ausmacht? „Die Vielfalt“, sagt Moritz. „Da ist alles dabei – von A wie Abfall entsorgen bis Z wie Zusatzstoffe im Beton.“ Es gebe kaum ein Thema, mit dem er sich nicht beschäftige. Sei es das giftige Jakobskreuzkraut an Straßenrändern, das für Weidetiere gefährlich sein kann. Oder der Zaun, den ein Bürger zu nah an die Straße baut. Ob Straßenunterhaltung, Ausbauprojekt oder Winterdienst – viele Arbeiten der Straßenmeisterei hätten mit Verbesserung, aber auch mit Beeinträchtigungen für den Bürger zu tun, sagt der MSM-Leiter. „Da braucht man manchmal ein dickes Fell.“

Häufig zu tun haben es die Straßenwärter im Hunsrück natürlich mit Schnee und Eis. „Hier kann schon dickster Winter sein, und in Trier sieht man nichts“, weiß Arenz. Sei eine Straße nicht geräumt, riefen schon mal Anwohner an: „Die fragen dann, wo wir bleiben. Aber bei starkem Schneefall und 930 Kilometern ist es schwierig, alle Strecken freizuhalten“, erklärt Moritz. Aufgrund der Wetterdaten des Vortages führen nachts um 2 Uhr Kontrollfahrzeuge die Strecken ab, die dann je nach Lage die gesamte Maschinerie des Streudienstes in Gang setzten. „Wir räumen auch die kleine Kreisstraße, aber Vorrang haben die wichtigen Verkehrsachsen.“ Der vergangene Winter sei allerdings so mild gewesen, dass 40 Prozent weniger Streusalz als üblich verbraucht wurde.

Auch nach Stürmen sind die Mitarbeiter oft im Dauereinsatz, um Straßen zu sperren, umgestürzte Bäume wegzuräumen und die Strecken wieder freizugeben. Zu den „weniger schönen Aufgaben“ zählt laut Arenz das Reinigen von Fahrbahnen und das Beiseitigen von Schäden nach Verkehrsunfällen. „In diesem Jahr machen uns vor allem Motorradfahrer Sorgen“, sagt Moritz. Seit dem Frühjahr habe es schon mehrere tödliche Unfälle gegeben. Die Bilder vom Unfalltod eines jungen Mannes 1993 auf der B51 bei Trier habe er „immer noch vor Augen“. Um die Mitarbeiter auf solche belastenden Situationen vorzubereiten, biete der LBM regelmäßig Seminare an.

Dass er als Chef nachts aus dem Bett geklingelt werde, sagt Moritz, komme zum Glück nicht vor. Es gebe das ganze Jahr über eine Rufbereitschaft, bei der sich die Kollegen wöchentlich abwechselten. 87 Mitarbeiter gibt es an den drei Standorten der MSM. Immer nah dran zu sein am Personal, sei nicht leicht. „Ganz wichtig“ sind deshalb laut Moritz die Kolonnenführer, die die Einsätze der je vier Arbeitsgruppen pro Straßenmeisterei organisieren.

Seine Arbeit, sagt der 58-Jährige, habe sich insgesamt verschoben zu mehr Bürotätigkeit: „Vor 20 Jahren war ich zur Hälfte draußen, heute zu 20 Prozent.“ Stattdessen heiße es oft, E-Mails und Stellungnahmen zu Bauvorhaben zu schreiben. Manches mache die moderne Technik aber auch einfacher. Zum Beispiel werden laut Moritz alle fünf Jahre die Straßen im Bezirk abgefahren und auf ihren Zustand geprüft. „Dabei werden alle 20 Meter Fotos gemacht, auf die wir später dann jederzeit zugreifen können.“ Wenn er eine bestimmte Situation vor Ort beurteilen solle, müsse er somit nicht immer gleich wieder rausfahren.