Max vertreibt den Katzenkönig

KASTEL-STAADT. Musik ist ihr großes Hobby, doch ein ganzes Musical auf die Beine zu stellen - und zwar innerhalb von nur drei Tagen - das war für die Mädchen und Jungen des Jugendorchesters Kastel-Staadt eine Herausforderung. Sie haben es geschafft, und der ganze Ort war begeistert.

Gespannt warteten die 18 Nachwuchsmusiker im Alter zwischen sieben und 14 Jahren auf den Startschuss zur bundesweiten 72-Stunden-Aktion. Gerüchte kursierten, wie die Aufgabe wohl lauten werde. Yvonne Mich, Leiterin des Jugendorchesters des Musikvereins Kastel-Staadt, berichtet: "Viele haben mit einer Müllsammelaktion, der Instandsetzung des Spielplatzes oder etwas ähnlichem gerechnet." Was dann jedoch kam, habe die meisten ziemlich überrascht. Ein Musiktheaterstück sollte inszeniert werden.Zu Beginn große Skepsis

Hier und da seien Kommentare wie "Muss ich auch noch singen?" oder "Das werden wir nicht hin bekommen!", zu hören gewesen. "Dennoch haben sich die Leute mit Eifer ans Werk gemacht", sagt Mich. Im Laufe der folgenden Stunden habe sich die anfängliche Skepsis bei den Kindern schließlich gelegt. "Max, der Regenbogenritter" lautet der Titel des Stückes von Christian Kunkel, für dessen Inszenierung die Kinder genau drei Tage Zeit haben sollten. "Zunächst hörten wir uns die CD mit den Liedern an, um eine Vorstellung von der Sache zu bekommen", berichtet die Orchester-Chefin. Während sich die einen bereits Gedanken über die Kostüme machten, beschäftigten sich andere mit der Herstellung der Einladungen. Die Aufführung sollte in der alten Schule stattfinden. Texte wurden gelernt und Instrumente gebaut. Für die mittelalterliche Kulisse kamen zwei ausgediente Zinnentürme eines Karnevalswagens zum Einsatz, die die Kinder unter Mithilfe von einigen Erwachsenen zu einer kompletten Burg ausbauten. Nach anstrengender Probenarbeit stand das Stück schließlich, und die Aufführung im voll besetzten Konzertsaal konnte beginnen.Probleme gemeistert Publikum begeistert

"Max, der Regenbogenritter" handelt von einem jungen Königssohn, der auszieht, das Kämpfen zu lernen. Während seiner Abwesenheit überfällt der Katzenkönig die Burg und lässt die gesamte Besatzung nebst König und Königin in ein dunkles Verlies sperren. Als Max zurückkehrt, erfährt er von dem Vorfall. Schließlich schafft er es, die Katzen mit Hilfe von Musik zu vertreiben. Behilflich sind ihm dabei Kinder aus dem Publikum, die den "Regenbogenritter" mit Hilfe der selbst gebastelten Instrumente - Kronkorkenrasseln und mit Linsen gefüllte Konservendosen - unterstützen. Das Publikum war begeistert. Auch 13 Kinder des Lebenshilfe-Sonderkindergartens aus Konz-Könen, die mit Eltern und Betreuern nach Kastel-Staadt gekommen waren, hatten mächtig Spaß gehabt, berichtet Yvonne Mich. "Die Begeisterung war so groß, dass wir beschlossen, eine weitere Aufführung, diesmal gemeinsam mit den Kindern aus Könen, im Seniorenheim Saarburg zu organisieren." Die für Anfang Dezember geplante Aufführung habe jedoch aufgrund von Terminschwierigkeiten bis auf Weiteres verschoben werden müssen. Zu sehen sind die 18 Mädchen und Jungen allerdings mit ihren bunten Kostümen und mit der kompletten Burg spätestens im kommenden Jahr. Dann nämlich wollen sie mit einem Wagen am Karnevalsumzug durch die Straßen von Kastel-Staadt teilnehmen.