Mehr Alkoholsünder- und Wildunfälle im Bereich Hermeskeil und Saarburg

Neue Unfallstatistik vorgestellt : Mehr Alkoholsünder- und Wildunfälle im Bereich Hermeskeil und Saarburg

Die Zahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen im Raum Konz/Saarburg steigt auf den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Polizei nimmt eine Verursachergruppe nun besonders ins Visier. Im Hochwald bleiben Wildtiere ein großes Risiko.

Wie hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle entwickelt? Wie oft wurden dabei Menschen verletzt? Auf welchen Strecken krachte es besonders oft? Und wo kann die Polizei ansetzen, um negative Trends zu stoppen? Rück­schlüsse darauf ziehen die Beamten aus ihren jährlich erstellten Unfallstatistiken, die gestern landesweit vorgestellt wurden.

Die Polizeiinspektion (PI) Saarburg, zu der auch die Polizeiwache in Konz gehört, betreut ein Gebiet von 380 Quadratkilometern. Die Beamten sind zuständig für 58 Ortsgemeinden in den Verbandsgemeinden Konz und Saarburg-Kell.

Unfälle und Verletzte Im Saarburger Zuständigkeitsbereich hat die Zahl der Verkehrsunfälle leicht zugenommen – 1743 nahmen die Beamten 2018 auf, zwei weniger waren es 2017. Allerdings ist dies der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre, teilt die PI mit. Ein Unfallschwerpunkt war laut Verkehrssicherheitsberater Stephan Wagner die Bundesstraße 51 im Bereich von Möbel Martin und der Einfahrt nach Konz-Karthaus.

Ein negativer Trend: Die Zahl der Unfallopfer ist erneut gestiegen – ebenfalls auf den Zehn-Jahres-Höchststand. Bei jedem neunten Unfall gab es laut Statistik Verletzte. 277 waren es insgesamt (246 in 2017). Davon wurden 62 Menschen schwer verletzt. Eine 91-jährige Fußgängerin starb am 28. September 2018, als ein LKW in Nittel sie beim Rückwärtsrangieren erfasste. Bei 17 Unfällen waren Kinder beteiligt, 19 von ihnen wurden verletzt. Elf davon saßen in Autos, jeweils vier waren zu Fuß und auf dem Rad unterwegs. Hierzu verweist Wagner auf die Notwendigkeit passender Kindersitze. Die PI Saarburg kontrolliere dies regelmäßig an Kitas und Schulen und überwache auch die Schulwege: „Was wir dort teils erleben, lässt uns an mancher Vorbildrolle der Eltern zweifeln.“

Drogen und Alkohol „Erschreckend“ nennt Stephan Wagner die Zahl der Unfälle, bei denen Drogen oder Alkohol im Spiel waren. Diese stieg von 36 (2017) auf 54. Verletzt wurden dabei 25 Menschen, acht davon schwer. Dies sei ein „absoluter Höchstwert“ der vergangenen Jahre, sagt Wagner. Die Beamten seien eher von rückläufigen Zahlen ausgegangen, da sich viele Fahrer doch verantwortungsbewusster verhielten – nach dem Motto: „Einer fährt, der Rest kann etwas trinken.“ Die PI Saarburg setze seit Jahren auf Prävention, 249 Schüler habe man im Vorjahr über die Gefahren von Drogen und Alkohol im Straßenverkehr informiert. Negativ aufgefallen seien zuletzt auch mehr die 35- bis 65-Jährigen. Die aktuelle Unfallentwicklung ist laut PI-Leiter Harald Lahr „nicht zu tolerieren“. Er kündigt „verstärkte Alkoholkontrollen zu den unterschiedlichsten Zeiten und Anlässen“ an. An den Fastnachtstagen ist damit ohnehin zu rechnen. Laut Michael Wahlen, Leiter der PI Hermeskeil, werden auch in deren Bereich die ohnehin „regelmäßigen und flächendeckenden Kontrollen“ in dieser Zeit „konzentriert und intensiviert“. Rund um Hermeskeil ist die Zahl der alkoholbedingten Unfälle mit 17 identisch zum Jahr davor.

Wild und Unfallflucht Leicht zurückgegangen, aber weiterhin hoch ist die Zahl der Wildunfälle. 563 wurden rund um Konz und Saarburg registriert (569 in 2017). Somit sind bei jedem dritten Unfall im PI-Gebiet Rehe, Hirsche, Füchse oder Wildschweine beteiligt. Gegenüber dem Vorjahr um 26 auf 345 Fälle gestiegen sind die Unfälle, bei denen der Verursacher vom Unfallort flüchtete.

Der Dienstbezirk der Polizeiinspektion Hermeskeil ist 333 Quadratkilometer groß und umfasst 33 Ortsgemeinden. Neben der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil ist die PI auch für Teile der VG Ruwer und Thalfang sowie der ehemaligen VG Kell am See zuständig.

Unfälle und Verletzte Wie die Kollegen in Saarburg verzeichneten die Hermeskeiler Beamten etwas mehr Verkehrsunfälle – neun mehr als 2017, insgesamt 967. Anders als im Saarburger Gebiet stieg die Zahl der Unfallopfer nicht deutlich, sondern blieb laut Statistik etwa gleich. Bei 27 Unfällen gab es Schwerverletzte, 32 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. 80 Menschen wurden leicht verletzt. Auch im Hochwald gab es einen Todesfall: Eine 78-Jährige wurde am 10. März auf einem Parkplatz in Hermeskeil von einem Auto überrollt und starb. Im Bereich der PI wurden in zwei Fällen Kinder von einem Auto angefahren, vier weitere Kinder saßen in Unfallautos und wurden verletzt.

Unfallschwerpunkte Besonders häufig kracht es auf der B 407 zwischen Hermeskeil und Mandern (127 Unfälle), auf der L 151 zwischen Osburg und Hermeskeil (88), der B 327 zwischen Malborn und Hermeskeil (57) und – neu hinzugekommen – auf der B 407 zwischen Kell am See und Reinsfeld sowie der L 151 zwischen Hermeskeil und Nonnweiler im Saarland. Rund ein Drittel aller Unfälle (317) ereignete sich in der Stadt Hermeskeil und der näheren Umgebung.

Risikofaktor Wild Bei fast jedem zweiten Unfall im Hochwald sind Zusammenstöße mit Wildtieren die Ursache. 456 davon gab es 2018 – neun mehr als im Jahr davor und 35 mehr als 2016. Die Folgen sind allerdings meist Blechschäden, nur in drei Fällen von 2018 gab es Verletzte. Die Zahl der Unfallfluchten stieg von 129 auf 140, 35 Prozent davon wurden aufgeklärt.

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